Gilles, der Bote Marias für den Heiligen Vater

Am 1. Nov. 1950 hat Papst Pius XII. das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel verkündet. Während der Vorbereitungen für die Verkündigung des Dogmas hatte der Papst Maria um ein Zeichen gebeten, dass er dieses Dogma verkünden soll. Maria hat ihm damals ein Zeichen gegeben durch den fünfjährigen Gilles Bouhours, der ihm eine Botschaft der Gottesmutter überbracht hat.

Gilles wurde im Nov. 1944 in Bergerac in Frankreich geboren. Seine Eltern waren einfache gläubige Leute. Mit einem Jahr wurde er von einer schweren Gehirnhautentzündung durch ein Wunder auf die Fürsprache der hl. Theresia von Lisieux geheilt. Mit nicht ganz drei Jahren erzählte er seinen Eltern, dass er die heilige Jungfrau gesehen habe, in einem Wald, in dem sie spazieren waren. Immer wieder berichtete er in der Folge davon dass er Maria auch zu Hause gesehen und dass sie mit ihm gesprochen habe.

Im Dez. 1948 bei einer Erscheinung im Wald von Espis gab ihm Maria den Auftrag, er solle zum Stellvertreter Jesu auf Erden gehen, um ihm eine Botschaft mitzuteilen, die Gilles sonst niemand sagen dürfe.

Gilles wusste nicht, wer der Stellvertreter Jesu war, sein Vater musste es ihm erst erklären. Auf sein Drängen hin fuhren seine Eltern mit ihm im Dez. 1949 nach Rom. Aber da viele andere Leute zusammen mit Gilles bei der Audienz waren, wagte er nicht, etwas von der Botschaft zu sagen, nur dass ihm Maria erschienen war. So fuhren sie unverrichteter Dinge wieder zurück. Aber Gilles drängte weiter, er wollte alleine mit dem Heiligen Vater sprechen. Am 1. Mai 1950 konnte Gilles dem Heiligen Vater endlich alles anvertrauen. “Die Heiligste Jungfrau Maria ist nicht gestorben. Sie ist mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen worden…”, das sollte er dem Papst von Maria ausrichten. Nachdem er seinen Auftrag erfüllt hatte, konnte er das Geheimnis auch seinen Eltern sagen.

Gilles hatte in der folge noch viele Begegnungen mit Maria. Am 15. August 1958 erschien sie ihm zum letzten Mal. Gilles hatte den Wunsch, einmal Priester zu werden, aber er ist bereits 1960, mit 16 Jahren gestorben.

Diese Botschaft, die der kleine Gilles dem Heiligen Vater überbrachte, ist bemerkenswert, denn es heißt darin: „Die heiligste Jungfrau ist nicht gestorben.“ Es hat im Zusammenhang mit der Vorbereitung des Dogmas unter Theologen die Auseinadersetzung gegeben, ob Maria den Tod genauso erleiden musste wie wir alle, als eine Trennung von Leib und Seele. Unser Sterben und unser Tod ist ja ein widernatürlicher und unnatürlicher Zerfall unseres Menschseins. Unser Menschsein besteht ja in der Einheit von Leib und Seele. Nach dem Tod lebt nur die Seele des Menschen weiter. Diese Trennung von Leib und Seele tritt ein als eine von Gott verfügte Straffolge der Erbsünde und unserer Sünde.
Aber Maria hatte in keiner Weise Anteil an der Sünde, weder an der Erbsünde noch an der persönlichen. In ihr leuchtet uns der paradiesische Zustand des Menschen auf, den er vor dem Sündenfall hatte, und wir sehen an ihr auch jene Vollendung, die Gott uns im Paradies geschenkt hätte. Da es dort den Tod als Zerfall unserer Menschennatur nicht gab, hätte uns Gott nach der Vollendung unseres irdischen Lebenslaufes mit Leib und Seele in den Himmel aufgenommen und verklärt. Aber genau das ist es, was Gott an Maria getan hat. Das hat der Heilige Vater auch im Dogma zum Ausdruck gebracht. Er sagt nicht: „Nach ihrem Tod wurde sie mit Leib und Seele zur himmlischen Herrlichkeit aufgenommen“, sondern er sagt: „nach der Vollendung ihres irdischen Lebens.“ Das Ende ihres irdischen Lebens war anders, sie musste nicht sterben, wie Maria es auch durch den kleinen Gilles bestätigt hat.

Woher nahm sie die Kraft? – Konversion durch Beispiel der Standhaftigkeit

Vor einiger Zeit hat sich an einem Berliner Gymnasium für Mädchen das Flgende zugetragen: In der Klasse befanden sich mit Ausnahme von zwei katholischen Mädchen nur protestantische Mädchen. Und es passierte öfter, dass die protestantischen Mädchen mit den zweien gewisse Späße über den katholischen Glauben machten, um sie zu verletzen. Nach dem Unterricht bildeten die protestantischen Mädchen manchmal eine Gasse und ließen eines der beiden katholischen Mädchen diese Gasse hindurchgehen, sie verneigten sich vor ihr und riefen spöttisch: „Ave Maria! Ave Maria!“ Das Mädchen schritt ohne Zorn und ohne Bitterkeit durch diese Gasse. Eine Reihe von Jahren später meldete sich bei einem Berliner Geistlichen eine junge Frau. Sie hatte den Wunsch, katholisch zu werden. Der Priester fragte sie, wie sie zu diesem Entschluss gekommen sei. Sie erwiderte: „Das Beispiel und das Vorbild einer meiner Klassenkameradinnen steht mir leuchtend vor Augen und hat mir keine Ruhe gelassen.“ Und sie erzählte diese Begebenheit. „Ich fragte mich immer: Woher nahm dieses Mädchen die Kraft, diesen Spott und diesen Hohn zu ertragen?“ Maria hatte hier eine protestantische Frau zum katholischen Glauben geführt.

Der Heilige Geist – Seele meiner Seele

Bei unserer Taufe und Firmung haben wir den Heiligen Geist empfangen. Er macht uns zu Christen. Er ist sozusagen „die Seele unsere Seele“ und bewirkt, dass wir christlich glauben, hoffen und lieben können, dass wir die Gesinnung Christi haben, so wie Jesus denken, fühlen und handeln.

Wer sich vom Heiligen Geist leiten lässt, wer auf seine Stimme im Herzen hört, der bringt – wie der hl. Paulus sagt – die Früchte des Heiligen Geistes hervor: nämlich Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung; er wird zu einem „herzensguten“ „seelenguten“ Menschen, zu einem Heiligen.

Aber es besteht auch die Möglichkeit, dass wir diese unsere innerste Seele, den Heiligen Geist der Liebe und der Wahrheit, durch unsere Sünden vertreiben. Dann bringt der Mensch ganz andere Früchte hervor: nämlich Unzucht, Unsittlichkeit, ausschweifendes Leben, Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Jähzorn, Eigennutz, Spaltungen, Parteiungen, Neid und Mißgunst, Trink- und Eßgelage und ähnliches mehr.

Was ein Mensch „ohne Seele“ ist, hat einmal der Schriftsteller Karl Wittlinger in eine Parabel anschaulich gezeigt. Sie wurde vom Regisseur Rainer Erler unter dem Titel „Seelenwanderung“ 1962 verfilmt.

Es ist die Geschichte von zwei armen Schluckern, Bum und Axel, die als Gelegenheitsarbeiter nach dem Krieg nicht so recht Anschluss an die neue Wirtschaftswunderzeit finden.

In einer Kneipe reden sie über ihre miese Lage. „Die Seele ist an allem schuld“, klagt Bum seinem Freund, schon etwas angetrunken. Damit er mit seinem „Verstand“, den er besitzt, hochkommen könne, müsste er seine „Seele“ loswerden. Axel macht Bum halb scherzhaft, halb ernst den Vorschlag, er solle doch einfach seine gute Seele in einen Schuhkarton hineindenken und verpfänden. Gesagt – getan! In der Pfandleihe bekommt Axel fünf Mark für die Schachtel, er gibt sie Bum, der sich nun ganz verändert hat, und mit diesem Startkapital beginnt Bum einen rasanten, aber völlig „seelenlosen“ Aufstieg vom Schrotthändler zum großen Tier mit öffentlichem Ansehen. Er handelt skrupel- und rücksichtslos, denkt nur noch an Gewinn und Erfolg und führt ein ausschweifendes Leben. Der Mensch zählt bei ihm nichts mehr. Ohne „Seele“ ist ihm das alles möglich.

Bum stirbt dann an einem Herzinfarkt. Nach seinem Tod steht er aber vor einem Problem, er kann nicht ins Jenseits, denn es fehlt ihm seine Seele. Er sucht als Geist seinen früheren Freund Axel auf und überredet ihn, den Schuhkarton mit der Seele zu suchen. Axel kann ihn im letzten Moment auf einem Abfallhaufen finden. Wohin im Jenseits Bum mit einer so vernachlässigten Seele geht, das wird offen gelassen.

„Die Liebe Gotte ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist.“ Diese Liebe des Heiligen Geistes macht den Menschen erst zum Menschen und beseelt seine Seele. Ohne den Heiligen Geist sind wir in Gefahr, „seelenlose Unmenschen“ zu werden.

Maria ermutigt uns, im Glauben durchzuhalten

In Saragossa in Spanien gibt es das älteste Marienheiligtum der ganzen Kirche. Maria wird dort als die “Jungfrau von der Säule“ verehrt.

Nach der Legende ist Maria dort dem Apostel Jakobus, der das Evangelium in Spanien verkündete, auf einer Säule erschienen. (In Santiago de Compostella, dem berühmten Wallfahrtsort, werden ja die Reliquien des Apostel Jakobus verehrt.) Maria kam zu Jakobus, um ihn zu trösten und zu stärken, denn er war durch die großen Schwierigkeiten, Verfolgungen und Widerstände, die er erfuhr, ganz mutlos und müde geworden. Maria ermutigte ihm, weiterzumachen und nicht aufzugeben. Durch den Trost Mariens fühlte sich Jakobus ermutigt und ging mit frischem Eifer wieder ans Werk.

Diese Begebenheit zeigt uns sehr schön, was von Anfang an die mütterliche Aufgabe Marias in der Kirche war. Durch ihr Kommen, ihre Gegenwart, ihre Liebe tröstet sie uns in allen Schwierigkeiten und Leiden, und ermutigt uns, im Glauben durchzuhalten und weiterzumachen. Denn wer ausharrt bis zu Ende, wird gerettet.

Als der Kirchturm noch nicht im Wasser stand

Wer von Landeck in Tirol über den Reschenpass nach Italien fährt, wird einem eigenartigen Attraktion begegnen: mitten im Wasser des Reschensees, einem Stausee, der 1950 fertiggestellt wurde, steht ein Kirchturm. Er erinnert an das kleine Dorf „Graun“ mit ca. 800 Einwohnern, dessen Kirche und dessen Häuser damals abgerissen und an einen anderen Ort verlegt wurden. Nur der Kirchturm blieb als Wahrzeichen stehen. Der Ort musste dem Stausee für ein Kraftwerk zur modernen Energiegewinnung weichen.

Doch viele wissen nicht, dass dieser kleine Ort bis zu seiner Zerstörung 200 Jahre lang ein „Kraftwerk“ ganz besonderer Art war, von dem ein „Strom der Gnade“ ausging, der das ganze Land und darüber hinaus mit „geistlicher Energie“ versorgt hatte.

Die Glocken des Kirchturms, den man im Wasser sieht, haben die Menschen bis 1950 jedes Jahr zu einer Primiz zusammengerufen: durch 200 Jahre gab es jedes Jahr eine Primiz in diesem Dorf. Über 200 Priester sind aus Graun hervorgegangen. Kanonikus Hohenegger (geboren 1914), der aus Graun stammte, hat dies durch seine geschichtlichen Forschungen nachweisen können. Er beschreibt auch, welcher Geist in seinem Heimatdorf herrscht, und Graun zum priesterreichsten Dorf der Diözese Brixen machte.

Die stärkste Erinnerung, die Pfarrer Hohenegger mit dem alten Graun verbindet, ist, dass es ein tief religiöses „eucharistisches Dorf“ war. Über 200 Jahre lang, bis zur Seestauung, wurde jeden Sonntag eine eucharistische Prozession mit Anbetungsstunde gehalten. Am 1. Monatssonntag gingen 90% der Einwohner zur heiligen Beichte und Kommunion.

Die eucharistische Frömmigkeit wirkte sich auch im Zusammenleben der Menschen sehr positiv aus. Maria Plangger, die auch 1950 ihre geliebte Heimat verlassen mussten, erinnert sich: Es sei für Altgraun bezeichnend gewesen, dass alle zusammenhielten; dass es kaum einmal Streit gegeben habe, obwohl fast in jedem Haus mehrere Parteien wohnten und meist Küche und Stall gemeinsam hatten.
Nach der Stauung war die letzte Primiz in Graun 1958.

Es ist greifbar, dass vor allem durch die große Verehrung der hl. EUCHARISTIE Priesterberufe geschenkt werden und echter Friede in die Familien kommt. Dahin müssen wir zurückkehren, denn alle äußerlichen Dinge bringen nichts.

Gott kommt durch das erste, zweite, dritte Tor

In der Zeitschrift „Echo aus Afrika und anderen Erdteilen (1/2006)“ berichtete ein Gefängnispfarrer, der monatlich in einem Staatsgefängnis für die Insassen die hl. Messe feierte, über seine Erfahrungen:
Einmal war er ganz mutlos geworden wegen der scheinbaren Gleichgültigkeit und Teilnahmslosigkeit der Häftlinge. Es erschien ihm sinnlos, den Dienst weiter zu machen.

Von Widerwillen und Entmutigung übermannt, sagte er einmal bei der Predigt zu den Häftlingen: „Ich komme Monat für Monat hierher. Die meisten von euch haben vorher noch nie eine Messe erlebt. Ihr kommt nur, weil ihr nichts anderes zu tun habt. Hat es überhaupt eine Bedeutung für euch? Sagt etwas!“

Er wartete eine Weile niemand rührte sich. Für ihn war dies das Zeichen für den Schlussstrich. Er wollte nicht mehr zur Messe kommen. Da stand ein Mann auf. Er war grau und hager und hatte einen zerzausten Bart und sagte: „Wir wurden von der Regierung hier hereingesteckt. Man hat uns vergessen. Fast niemand kommt uns besuchen, höchstens ein paar Frauen. Sogar unsere Verwandten schämen sich für uns. Wenn jemand kommt, muss er stundenlang warten. Von denen, die herein dürfen, sind wir durch eine Gitterwand getrennt und sehen nur einen Schatten von ihnen. Wir können sie nicht berühren. Sie werden schon bald wieder weggeschickt. Aber wenn wir Messe haben, kommt Gott durch das erste Tor, er kommt durch das zweite Tor und das dritte Tor und ist hier bei uns drinnen.“ Er setzte sich und alle schwiegen. Keiner machte eine Bewegung. Dieser Mann sagte nicht: „Wir sind glücklich, dass Sie kommen.“ Er sagte auch nicht: „Kommen Sie wieder.“ Nein, er sagte kein Wort des Dankes. Er schien den Priester als Menschen überhaupt nicht zu sehen. Seine Gedanken gingen über das Menschliche hinaus. Er dachte an den, der darüber stand, an Gott, der durch den Priester und durch die hl. Messe auch diese Armen im Gefängnis besucht.

Dieses Wort des Gefangenen war für diesen Priester eine große Gnade und er war von seiner Mutlosigkeit geheilt. Ihm war klar geworden, dass Gott auch in den Herzen dieser Menschen wirkt, und dass durch sein Kommen und die Feier der heiligen Messe der Herr selber zu den den Menschen kommt.

Der Priester ist nur Diener und Werkzeug in den Händen des Herrn, er darf sich nicht zwischen Gott und sein Volk stellen.

Mein Weg mit dem Rosenkranzgebet

Sr. Maria Franziska schrieb einmal Zeugnis über ihre Erfahrung mit dem Rosenkranz und ihren Weg ins Kloster. Wer sich auf das Gebet des Rosenkranzes einlässt, den nimmt Maria an der Hand.

Ich war etwa 15 Jahre alt, als meine Eltern den abendlichen Familienrosenkranz einführten. Sie gaben sich alle Mühe, ihn uns Kindern so schmackhaft wie möglich zu machen, aber ehrlich gesagt: wir machten nur äußerlich mit, um die Eltern nicht vor den Kopf zu stoßen oder „dicke Luft“ hervorzurufen.

Das geringere Übel schien uns, den Rosenkranz so schnell wie möglich hinter uns zu bringen. So kamen wir auf die Idee, den Eltern vorzuschlagen, doch mit „Radio Vatican“ gemeinsam zu beten. Sie gingen auch sofort darauf ein und das ersparte uns zirka fünf Minuten, denn die Italiener beten flotter! Irgendwann war aber das Motiv, „Liebkind“ sein zu wollen, nicht mehr wirksam genug, und wir Ältesten machten uns aus dem Staub, wenn die Rosenkränze hervorgeholt wurden …

Mit 17 Jahren lernte ich die Jugend der Legio Mariae kennen und staunte nicht schlecht, als ich Jugendliche meines Alters ausgerechnet den Rosenkranz beten sah. Und zwar ganz normale junge Leute, nur vielleicht fröhlicher, aufgeschlossener und engagierter als die, die ich sonst kannte. Da wurde nicht bloß geredet und fromm gebetet, sondern das Wort wurde in die Tat, ins Leben umgesetzt: Einmal in der Woche gingen die Mitglieder zu zweit los und besuchten Menschen in Krankenhäusern, Altersheimen oder auch die Kinder und Jugendlichen der Pfarrei. Beim nächsten Gruppentreffen wurde dann nach dem Rosenkranzgebet von den Erlebnissen der vergangenen Woche berichtet, und neue Aufgaben verteilt. Diese Art konsequenten Christentums zog mich an, und siehe da auf einmal kniete ich mitten in dieser Schar und betete wieder den Rosenkranz, ganz freiwillig.

Der tägliche Rosenkranz fiel mir zwar nicht leicht. Oft war ich ganz weit weg mit meinen Gedanken, während mein Mund die Worte sprach. Es war einfach (noch) nicht „mein“ Gebet; aber ich argumentierte mir selbst gegenüber immer: Maria wünscht sich nun mal dieses Gebet; es ist ihr Geschmack. Und wenn ich z.B. meiner Mutter ein Geburtstagsgeschenk machen will, dann suche ich nicht das aus, was mir, sondern was ihr gefällt.

In der Legio Mariae lernte ich Maria besser kennen und lieben, und sie war es dann auch, die mich mitten in einer sehr tiefen, menschlichen Enttäuschung zu einer innigeren Freundschaft mit Jesus ermutigte. „Geh doch zu Jesus!“ hörte ich sie in meinem Herzen. Und ich habe es getan. Von da an suchte ich, wenn ich beten wollte, vor allem die Stille in der Kirche, vor dem Tabernakel; ich suchte die Vertrautheit mit Jesus in der täglichen Eucharistiefeier, bis ich schließlich spürte: Er will mich ganz für sich haben. ER, der sich mir so ganz hinschenkt, bittet auch mich um diese totale Hingabe und Verfügbarkeit für IHN. So wuchs langsam meine Ordensberufung.

Ganz oft wurde mir beim Rosenkranz eine neue Klarheit, ein tieferes Verstehen geschenkt, und daraus wächst dann auch ganz natürlich eine neue, tiefere Antwort meiner Liebe. Ja, ich kann mich nicht erinnern, diese Zeit auch nur einmal als „verloren“ empfunden zu haben. Auch ohne fühlbare Erleuchtungen oder außergewöhnliche Erfahrungen bin ich doch niemals leer ausgegangen. Wer’s nicht glaubt, soll es selbst ausprobieren!

Quelle: Betendes Gottes Volk

Ehe nur zwischen Mann und Frau

Seit vielen Jahren wird in unserer westlichen Gesellschaft von bestimmten Kreisen mit massivsten politischen Druckmitteln daran gearbeitet, den Menschen einzureden, dass Homosexualität etwas ganz Natürliches und Normales sei. Die gesetzliche Gleichstellung der „Homo-Ehe“ mit der Ehe von Mann und Frau soll in allen Staaten durchgesetzt werden. Der große Dorn im Auge dieser Homosexuellenlobby ist aber die Kirche, ist der christliche Glaube, da vom christlichen Standpunkt aus eine homosexuelle Betätigung immer als Tun gegen die Natur und gegen Gott abzulehnen ist. Nicht die Neigung zur Homosexualität ist sündhaft, sondern die Betätigung; es ist wichtig, dies zu unterscheiden.

Wie gegen diese christliche Auffassung gekämpft wird, konnte man bei der Wahl der „Miss USA“ vor kurzem sehen. Die Studentin Carrie Prejean war die Favoritin für die Wahl. Bei einer Befragung durch den Moderator, wie sie zur Homo-Ehe stehe, bekannte sie sich klar zur christlichen Auffassung: “Ich glaube, dass es eine Ehe nur zwischen Mann und Frau geben sollte. Ich möchte niemanden beleidigen, aber so bin ich erzogen worden.” Das kostet ihr den Sieg, und sie musste manche böse Kritik dafür einstecken. Aber für sie war dieses Bekenntnis der Sieg.

Taufe – Papst Benedikt hat sie überzeugt

Jesus hat das Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg erzählt, in dem der Herr des Weinbergs zu verschiedenen Stunden des Tages die Arbeiter vom Marktplatz ruft und auch den letzten den vollen Tageslohn gibt. Was der Herr hier erzählt hat, geschieht auch heute. Die weltberühmte, in der Schweiz lebende Opernsängerin Anja Silja ließ sich mit 65 Jahren katholisch taufen. Sie wurde in Berlin geboren. Ihre Großeltern waren noch getauft, ihre Eltern und sie selbst aber nicht mehr. Die Welt, in der sie aufgewachsen war und immer lebte, war die Musik und das Theater.

Aber gerade durch ihre künstlerische Tätigkeit empfing sie den ersten Anstoß, sich intensiver mit der katholischen Religion zu befassen. Es war die Oper: „Der Dialog der Karmeliterinnen“ von Francis Poulenc. 16 Ordensfrauen (die Priorin gespielt und gesungen von Anja Silja) sterben wegen ihres Glaubens zehn Tage vor Ende der Französischen Revolution durch die Guillotine. „Der Glaube und die Stärke dieser Menschen haben einen sehr großen Eindruck auf mich gemacht“, sagt Silja. „So etwas habe ich noch nie gespielt.“

Neben der Musik war der entscheidende Anstoß für ihren Weg zur Tauf die Wahl von Kardinal Ratzinger zum Papst. Bei der Trauerfeier für Johannes Paul II. hat sie ihn im Fernsehen gesehen. „Seine Rede fand ich unglaublich!“ Papst Benedikt XVI. hatte sie überzeugt. Sie kaufte sich danach sämtliche Bücher von ihm; die Klarheit des Verstandes in den Fragen des Glaubens, das Zurücknehmende und die Bescheidenheit festigten ihren Entschluss. Ein Jahr später ließ sie sich taufen.

Durch seine Wunden sind wir geheilt!

Gedanken zum Evangelium vom 2. Sonntag der Osterzeit

Am Weißen Sonntag hören wir in der heiligen Messe immer das Evangelium vom „ungläubigen Thomas“. Der Apostel Thomas war nicht dabei, als der auferstandene Herr den Aposteln zum ersten Mal erschien. Als sie ihm von der Auferstehung erzählten, wollte er nicht glauben, sondern er verlangte nach einem Beweis. Thomas wollte etwas Besonderes sehen und sogar berühren, nämlich die Wunden Jesu, jene Wunden, die vom Kreuz her stammen. Und warum dies?

Der Apostel Thomas war zutiefst erschüttert über den Tod Jesu: Sein Herz war verletzt. Er hatte auf Jesus seine Hoffnung gesetzt; er hatte alles verlassen, war ihm nachgefolgt, und jetzt mit der Kreuzigung Jesu schien alles umsonst gewesen zu sein. Aber er sah auch die eigene Treulosigkeit. Denn er war auch davongelaufen, hatte Jesus nicht verteidigt. Er fühlte sich mitschuldig an den Wunden, die die Sünden der Menschen, die Grausamkeit, die Ablehnung Jesu geschlagen haben.
Darum konnte er nicht glauben, dass ein Mensch, der wie Jesus so verletzt worden war, doch leben, lieben und verzeihen konnte; darum wollte er die Wunden Jesu sehen.

Auch in unserem Herzen, in unserer Seele kann es Wunden geben, die uns zugefügt wurden, oder die wir uns auch durch eigene Schuld zugefügt haben. Es kann sein, dass wir unter der Lieblosigkeit leiden, die wir von Kindheit an erfahre haben, es können Beleidigungen und Ungerechtigkeiten sein, Ablehnung, Gleichgültigkeit, Erniedrigung und anderes mehr, das uns verwundet und niederdrückt. Wir können auch nicht recht glauben, dass es aus diesem Zustand eine Auferstehung geben kann.

Jesus der Auferstandene Herr gab Thomas den Beweis. Er zeigte ihm seine Wunden und Thomas bekannte ihn als seinen Herrn und Gott, er glaubte nun an Jesus, und dieser Glaube hat seine Wunden geheilt. Mit seinem auferstanden Leib, der diese Wunden noch trägt, gibt uns Jesus den Beweis, dass die Bosheit der Menschen ihn nicht vernichten konnte; seine barmherzige und verzeihende Liebe war stärker. Am Leib des Auferstandenen Herrn wird sichtbar: er ist verwundet, aber diese Wunden sind verklärt, sie sind ein Zeichen des Sieges der Liebe über die Ungerechtigkeit, den Hass, die Sünde und den Tod.

„Durch seine Wunden sind wir geheilt“ (Jes 53,5). Wer an den auferstandenen Herrn glaubt, dessen verwundetes Herz wird geheilt; nicht so, dass man nichts mehr von den Wunden sieht, sondern sie werden verklärt durch die Liebe Christi, sie können uns nicht mehr schaden, sie werden uns vielmehr zum Segen.