Ich entdeckte die Perle, nach der ich suchte

„Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen“ (1Tim 2,4), sagt der hl. Paulus. Auch heute, in einer so verwirrenden Zeit, führt der Herr die Menschen durch seine weise Vorsehung zu dieser Erkenntnis der rettenden Wahrheit. Auf der Internetseite „The Coming Home Network International“ kann man viele wunderbare Zeugnisse finden, wie Menschen aus verschiedensten Richtungen im katholischen Glauben die Erfüllung ihrer Sehnsucht des Herzens gefunden haben.  Hier einige Abschnitte aus dem Zeugnis von Kira Cuipek aus Kansas (USA):

„Ich war kein Weltenbummler, aber ich war ein Kirchenhüpfer. Die meiste Zeit meines Lebens trieb ich mich in den verschiedenen Konfessionen herum, bewunderte ihre Schönheit und rätselte über ihre Unterschiede. Ich schloss mich einer Kirche nach der anderen an, zog von Texas nach Tennessee, dann nach Kalifornien und zurück nach Texas und probierte konfessionslose, presbyterianische, evangelikal-freikirchliche, amerikanisch-baptistische und südbaptistische Denominationen aus. Schließlich, im Alter von 49 Jahren, fand ich das, wonach ich mein ganzes Leben lang gesucht hatte: die katholische Kirche. Seltsamerweise war es die Bibel, die mich dorthin geführt hat.

Ich begann mit einer methodischen Überprüfung aller Kirchen, denen wir angehörten, und fragte: „Wie konnte der Heilige Geist den verschiedenen Gruppen unterschiedliche Auslegungen der Schrift geben, wenn Jesus doch wollte, dass wir ‚eins‘ sind“ (Joh 17,11)? Meine Nachforschungen brachten mich zu dieser verblüffenden Erkenntnis: Ohne Einigkeit über die Wahrheit – und eine anerkannte Autorität, die sie auslegt – würde es niemals die von Jesus versprochene Einheit geben.

Schließlich betete ich eines Tages beim Abwaschen am Spülbecken das drastischste und gefährlichste Gebet meines ganzen Lebens.

„Herr“, sagte ich, „ich kann keine Kirche finden, die die Einheit zeigt, die du in der Bibel versprochen hast.

Dann flüsterte ich voller Angst und Bangen und unter Tränen diese Worte: ‚Herr, ich trete aus der heutigen Kirche aus. Ich gehöre zu keiner von ihnen; ich gehöre nur zu Jesus Christus.‘

Im Moment meiner tiefsten Verzweiflung begann Gott auf wundersame Weise zu handeln. Es war fast so, als hätte er darauf gewartet, dass ich diese Worte ausspreche.“ Kira lernt einige katholische Freunde kennen, die ihre vielen Fragen über die Berufung, den Willen Gottes und vor allem über das Sakrament der Eucharistie beantworteten.

„Ihre Antworten spiegelten viele meiner eigenen Überzeugungen wider, die ich durch jahrelanges Lesen der Heiligen Schrift gewonnen hatte. Mein Herz füllte sich mit Hoffnung. … Ich glaube, ich hatte schon immer ein katholisch geformtes Herz!

Ostern 2010 wurde ich freudig in die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche aufgenommen und empfing die Eucharistie. … Ich hoffte und betete, dass mein Mann sich mir bei diesem Glaubenssprung anschließen würde. Aber das tat er nicht. Im Jahr 2011 beantragte er die Scheidung.

Ich verlor meinen Mann, mein Zuhause und viele Freunde, um katholisch zu werden. Dennoch habe ich mich entschieden, katholisch zu bleiben und meinem Eheversprechen treu zu sein, in der Hoffnung, dass mein Mann eines Tages zurückkehrt. Ich trage meinen Ehering, um unseren Kindern ein Beispiel für die Treue Christi zu geben, der uns nie verlässt. Ich wachse weiter in meinem Glauben durch die Sakramente und besuche eine nahe gelegene Pfarre. Zum Glück haben meine Eltern meinen Übertritt zum Katholizismus akzeptiert … Die streitbare Beziehung, die mein Vater und ich viele Jahre lang hatten, wurde geheilt, nachdem ich katholisch geworden war, und in den letzten acht Jahren seines Lebens waren wir füreinander die besten Freunde. Ich bin dankbar für die Jahre, in denen ich zwischen den Kirchen hin und her gewechselt bin, denn es waren diese Pastoren und Lehrer in verschiedenen Konfessionen, die mir den Zugang zur Heiligen Schrift eröffneten. Sie gaben mir ein solides christliches Fundament. Und ich habe immer noch ein paar protestantische Freunde. Dennoch war es mein tiefes Bibelstudium, das mich schließlich zur „Fülle“ führte. Ich entdeckte die katholische Kirche und die Eucharistie, die Perle von großem Wert, nach der ich mein ganzes Leben lang gesucht hatte.“

 

Der gute Hirte rettet die Schafe

Ein schottischer Schafhirte berichtet über seine Erfahrung: Auf seinen Wanderungen durch das Hochland können sich die Schafe leicht verirren. Sie gelangen dabei an Orte, aus denen sie nicht mehr herauskommen. Das Gras auf diesen Bergen ist sehr süß und die Schafe mögen es. Sie springen dann auch auf gefährliche Klippen und Felsvorsprünge von drei bis vier Meter hinab und können dann nicht mehr zurück. Der Hirte hört sie dann in ihrer Not blöken. Tagelang lässt er sie dort sein, bis das ganze Gras aufgefressen ist. Er wartet, bis das Schaf so schwach ist, dass es nicht mehr stehen kann. Dann erst steigt er hinab und legt einen Strick um das Schaf, um es dann heraufzuziehen.

Auf die Frage, warum er nicht gleich zu diesem verirrten Schaf hinabsteige, sagt er, weil die Schafe so dumm sind; wenn man ihnen in dieser Situation zu früh nahe kommt, besteht die Gefahr, dass sie sich vor Scheu und Schreck direkt in den Abgrund hinabstürzen, und das wäre tödlich für sie. Nicht umsonst hat Jesus sich als der „Gute Hirt“ geoffenbart. Er kennt seine Schafe und führt sie auf gute Weide. Wenn wir aber irgendwo anders unser Futter suchen, so weiß er auch, wie lange er uns „grasen“ lässt, bis wir erkennen, in welche Not wir uns gebracht haben. Wenn wir dann aber zu ihm rufen, hört er uns, geht uns nach und holt uns zurück zur Herde.

 

Schmerzensmutter und Mittlerin aller Gnaden

Am 15. September feiert die Kirche den Gedenktag der Schmerzen Mariens. Der greise Simeon hat bei der Darstellung Jesu im Tempel der Gottesmutter angekündigt, dass ihre Seele ein Schwert durchdringen wird. Dies hat sich am Kalvarienberg erfüllt, als sie unter dem Kreuz stand und mit Jesus alle Leiden mitgetragen hat, die Jesus für uns auf sich nahm. Den Schmerz des Lanzenstiches, mit dem das Herz Jesu durchbohrt wurde, hat sie im Herzen verspürt, da Jesus ja schon tot war.

So ist Maria zur Miterlöserin und Vermittlerin aller Gnaden geworden. Papst Benedikt XV. (1918) begründet das: „So wie sie litt und fast mit ihrem leidenden und sterbenden Sohn starb, so verzichtete sie für die Rettung der Menschen auf ihre Rechte als Mutter auf diesen Sohn und opferte ihn auf, um die göttliche Gerechtigkeit zu besänftigen, sodass gerechterweise gesagt werden kann, dass sie zusammen mit Christus das Menschengeschlecht erlöst hat. Aus diesem Grund werden offensichtlich all die verschiedenen Gnaden des Schatzes der Erlösung auch durch die Hände der Schmerzensmutter verteilt“ (Apostolisches Schreiben Inter sodalicia, 22. März 1918).

In diesen beunruhigenden Zeiten, die viele Leiden mit sich bringen, kann unser Vertrauen in die Hilfe der Gottesmutter nicht groß genug sein. Als Schmerzensmutter kennt sie unsere Nöte und kann uns trösten. Da sie als Miterlöserin und Mittlerin aller Gnaden auch unsere Königin ist, dürfen wir nicht vergessen, dass Gott ihr die Aufgabe übertragen hat, in die Geschichte einzugreifen und sich dem Handeln des Teufels zu widersetzen. Denken wir an die vielen Einladungen zu Gebet, Opfer, Bekehrung und zur Weihe an ihr unbeflecktes Herz, die sie in ihren Erscheinungen an uns gerichtet hat.

 

Die verklärende Kraft des Gebetes

Am 6. August feiern wir das Fest der Verklärung des Herrn. Jesus hat durch seine Verklärung auf dem Berg Tabor den Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes seine verborgene Auferstehungsherrlichkeit geoffenbart. Er wollte sie damit auf sein Leiden und Sterben vorbereiten, damit sie, wenn sie Jesus am Kreuz sehen, nicht irre werden im Glauben an seine Macht und Gottheit.

Was Jesus damals mit diesen drei Jüngern getan hat, das will der Herr auch heute mit uns tun. Er möchte uns zu einer neuen Sichtweise führen, in der wir die herrliche Gegenwart Gottes erkennen, die hinter dieser sichtbaren Welt verborgen ist und an die Auferstehung glauben. Es kommt in unserem Leben sehr darauf an, wie wir die Dinge sehen, in welchem Licht wir vor allem die Kreuze und Leiden sehen, damit wir nicht im Glauben an die Liebe Gottes irre werden. Die Verklärung auf dem Berg zeigt uns, wie wir zu dieser geistlichen Schau der Herrlichkeit Christi gelangen.

Das Erste ist die Übung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe. Das ist mit den drei Aposteln angedeutet, die Jesus auf den Berg mitgenommen hat. Petrus verkörpert den Glauben; Jakobus die Hoffnung, da er als erster der Apostel das Martyrium erlitten hat; Johannes stellt die Liebe dar.

Das Zweite ist die Sammlung des Herzens. Es heißt: „Jesus nahm sie beiseite und stieg mit ihnen auf einen Berg, um zu beten.“ Wir müssen unsere Seele von Christus auf diesen einsamen Berg des Gebetes führen lassen. Die Welt gaukelt uns so vieles vor. Man muss immer wieder versuchen, sich von allen möglichen Ablenkungen loszulösen, um zum Gebet zu kommen. Ein Besuch beim Allerheiligsten in der Kirche könnte für uns dieser Taborberg sein.
Ein Drittes: Es heißt im Lukasevangelium ausdrücklich, dass die Verklärung des Herrn geschah, während er betete. Im Gebet liegt also die wesentliche Kraft, durch die wir zu einer tieferen Sicht des Lebens gelangen. Denn durch das Gebet wird uns die Gnade des Himmels mitgeteilt. Echtes Gebet ist in einer bestimmten Weise immer eine Verklärung des Geistes, eine Anteilnahme an der Auferstehung des Herrn. Der heilige Franz von Sales sagt: „Das Gebet stellt unseren Geist in die Helle des göttlichen Lichtes und unseren Willen in die Wärme der göttlichen Liebe. Darum gibt es nichts, was so geeignet wäre, den Geist von seiner Blindheit und den Willen von seinen schlechten Neigungen zu reinigen wie das Gebet. Menschen, die sich von Christus auf den Berg der Verklärung führen lassen, haben einen anderen Blick auf diese Welt, weil sie gelernt haben, alles im Lichte Gottes und in der Kraft seiner Auferstehung zu sehen. Und das verändert und wandelt vieles: zuerst sie selbst und dann auch die anderen.

 

Sie können nichts tun gegen die Diener Mariens

Am 8. August ist der Gedenktag des hl. Dominikus (1175-1221). Er ist der Gründer des Dominikanerordens und hat durch seine Predigt und Verbreitung des Rosenkranzgebets viele Menschen wieder zum katholischen Glauben bekehrt. Über ihn wird berichtet, dass er einmal in Carcassonne (Südfrankreich) predigte. Die Leute brachten einen Mann zu ihm, der von Dämonen besessen war, weil er das Rosenkranzgebet verurteilt hatte.

Nachdem der heilige Dominikus den Dämonen befohlen hatte, zu sagen, ob alles, was er über den Rosenkranz predigte, wahr sei, schrien die Dämonen: „Was Dominikus, unser Feind, über Maria und den Rosenkranz sagt, ist vollkommen wahr.“ Und sie fügten hinzu: „Maria, die Mutter Gottes, ist unser größter Feind; sie wirft alle unsere Pläne um; ohne sie hätten wir die ganze Kirche tausendmal erschüttert.“

Dann bekannten sie, dass sie nichts gegen die Diener Mariens tun konnten und dass es viele gab, die trotz ihrer Fehler dem ewigen Tod entkommen seien, indem sie den Namen Mariens anriefen. Sie schlossen mit den Worten: Wir sind gezwungen zu erklären, dass keiner von denen, die bei der Verehrung Mariens und des Rosenkranzes bleiben, in die Hölle kommt, weil die Muttergottes für die Sünder vor deren Tod eine wahre Umkehr erlangt.

 

Die Hand Gottes

Ein Vater betrat mit seinem kleinen Sohn ein Geschäft, in dem er einige Kleinigkeiten besorgen wollte. Nachdem der Vater die Waren bezahlt hatte, forderte der freundliche Verkäufer den Jungen auf, eine Handvoll Bonbons aus dem Glas zu nehmen. Der Junge aber hielt sich zurück.  „Was ist los?“, fragte der Mann. „Magst du keine Bonbons?“ Das Kind nickte eifrig. Und lächelnd steckte der Verkäufer selber seine Hand in das Bonbonglas und stopfte dem kleinen Jungen eine große Portion in die Taschen. Später fragte der Vater seinen Sohn, warum er nicht gleich zugegriffen habe, als er dazu aufgefordert wurde. „Weil seine Hand größer ist als meine“, erwiderte der Junge. Gottes Hände sind groß und großzügig. Seine Hand ist so viel größer als unsere. Er tut mehr für uns, als wir uns vorstellen können – wenn wir es ihm überlassen! Die wahre Weisheit besteht darin, darauf warten zu können, bis er uns beschenkt.

 

Marienstatue blieb unversehrt

Bei einem Terroranschlag in einer Kaserne in Kolumbien am vergangenen 15. Juni 2021 wurden 36 Personen verletzt, drei davon schwer. Eine Marienstatue aber, die direkt neben dem Explosionsort stand, blieb hingegen unversehrt. Die Militärangehörigen betrachten die Tatsache, dass es keine Toten gab und die Statue unversehrt blieb, als ein Wunder und sie sehen darin ein Zeichen, dass ihren Glauben an den Schutz der Gottesmutter stärkt. Die Marienstatue war erst am 8. Dezember 2020 an ihrem Platz aufgestellt worden. Die Idee dazu stammte von Patricia Pérez der Frau des Brigadegenerals. Die Statue wurde eigens für diesen öffentlichen Ort vor der Kaserne angefertigt.

 

Ich möchte andere zu Jesus mitnehmen

Am 7. März 2021 starb in einem Spital in Madrid die 10-jährige Teresita Castillo de Diego an einem Hirntumor. Sie starb im „Ruf der Heiligkeit“. Ihr Tod berührt inzwischen viele Menschen in Spanien und darüber hinaus.

Der Bischofsvikar von Madrid, Pater Angel Camino Lamelas berichtet: „Am Welttag der Kranken, am 11. Feb. 2021, feierte ich die heilige Messe wie jedes Jahr im Krankenhaus. Anschließend wollte ich einigen Kranken die Kommunion bringen und die Krankensalbung spenden. Der Krankenhauspfarrer erzählte mir von Teresita. Als ich in ihr Zimmer kam, … schaute ich auf das Mädchen. Der Kopf war verbunden, aber ich konnte ihr Gesicht sehen. Mich überraschte, dass dieses kindliche Gesicht wie die Sonne strahlte. Dann sagte sie mir: ,Ich bete, damit viele Kinder Jesus kennenlernen'“. Teresita offenbarte ihm auch, dass sie Missionarin werden möchte. Der Bischof ernannte sie daraufhin spontan zur Missionarin und ließ ihr auch eine Urkunde zukommen, die dies bestätigte. Diese Beauftragung durch den Bischof gab ihr große Kraft für die letzten Wochen ihres Leben. Sie hatte schon lange immer wieder unter starken Kopfschmerzen zu leiden. Sie sagte: „In diesen Tagen meiner Krankheit opfere ich mein Leiden für die Menschen auf. Zum Beispiel für jemanden, der krank ist, für die Priester.“ „Ich glaube, dass ich dadurch Missionarin werden kann.“ Teresitas Mutter sagt: „Ich verstand, dass sie ihre Mission mit der Aufopferung ihres Leidens verband.“

Teresita war mit drei Jahren aus Sibirien gekommen und in Spanien adoptiert worden. Ihre Mutter erinnert sich: „Sehr bald kam sie mit meinem Mann und mir täglich in die Kirche. Nach der Messe ging Teresita immer in die Sakristei, um den Priester zu begrüßen. Und sie begrüßte alle, denen sie begegnete, weil sie sehr gesellig war.“ 2015 war der Tumor entdeckt und durch Operation und Chemo behandelt worden.  Zunächst schien alles unter Kontrolle zu sein, doch ab Ende 2018 begann der Tumor wieder zu wachsen. Es folgten einige Therapien, ehe Teresita im Januar 2021 wieder ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Zu einer Operation kam es nicht mehr wegen verschiedener Komplikationen.

Teresitas Wunsch, Missionarin zu werden, erwachte in ihr, als sie einen Film über die hl. Mutter Teresa von Kalkutta gesehen hatte. „Ich möchte andere zu Jesus mitnehmen, die Kinder, die ihn nicht kennen, damit sie in den Himmel kommen und dort immer, immer glücklich sind.“ Sie verstand es als ihre Mission, „immer von Jesus zu sprechen und Freude zu geben“.

Ihre Mutter berichtet: „Als sie im Mai 2019 die Erstkommunion empfing, fragte ich sie: ‚Was hast Du bei der Kommunion empfunden?‘ Teresita antwortete: ‚Ich fühlte, dass Gott mich liebt und mich in den Himmel einlädt‘.“

Der Bischofsvikar berichtet, dass seit ihrem Tod Dutzende Zeugnisse von Gläubigen und Nicht-Gläubigen bei ihm eingegangen seien, die vom Glaubensbeispiel Teresitas berührt sind. Teresita beginnt schon missionarisch zu wirken, denn bis zu ihrem Tod war es ihr größter Wunsch, Missionarin für Jesus zu sein.

 

Was ich tue, tue ich immer mit Hilfe des Himmels

Jim Caviezel, der amerikanische Schauspieler, der im Film „Die Passion Christi“ Jesus darstellte, lebt aus tiefster Überzeugung den katholischen Glauben und ist von einer innigen Liebe zur Gottesmutter erfüllt, der er sich in Medjugorje in einer Ganzhingabe nach dem hl. Ludwig von Montfort geweiht hat.

Im Film „Paulus, der Apostel Christi“ der 2018 in die Kinos kam, spielte er den hl. Lukas. Der Film zeigt die Verfolgung der ersten Christen in Rom unter Kaiser Nero, mit dem hl. Paulus als Gefangenem, der am Ende seines Lebens die Botschaft der Hoffnung übermittelt. Der hl. Lukas, der in diesem Film der urchristlichen Gemeinde in Rom als Arzt, geistlicher Führer und Schreiber dient, besucht den hl. Paulus im Gefängnis, um ihm Fragen über seine Geschichte und sein Apostolat im Dienste Christi zu stellen.

Bei den Dreharbeiten stützte sich Jim Caviezel auf das Lesen der Schrift, den Rosenkranz und die hl. Messe, um die Heiligkeit des Evangelisten Lukas besser verkörpern zu können. „Lukas schrieb über die Jungfrau Maria mehr als jeder andere Verfasser“, sagt er und ergänzt: „Der Rosenkranz hilft mir, mich zu konzentrieren, zu beten. Ich gehe jeden Tag zur Messe und in der Eucharistie ist Christus in mir. Was ich tue, tue ich immer mit Hilfe des Himmels. Er weist mir den Weg, führt mich. Was ich Gott anbiete, schöpfe ich aus der Gabe, die er mir gegeben hat. Und der Herr vermehrt und segnet sie in einer Weise, die ich nie für möglich gehalten hätte.“ Etwas von der Verfolgung der Christen bekam er auch selbst zu spüren. Nach seiner Rolle als Jesus habe ihn Hollywood gemieden. Bereits vor längerem sagte er: „Wir müssen unseren Namen, unser Ansehen, unser Leben aufgeben, um die Wahrheit zu bezeugen.“

In einem offenen Brief an Jim Caviezel schrieb der katholisch Journalist Markus Reder. „In der Kirche gibt es viele Schauspieler. Leider. Professionelle Religiosität und äußerer Habitus entsprechen nicht immer der inneren Wirklichkeit. Schön, dass es auch Schauspieler gibt wie Sie, die tatsächlich Glauben verkörpern.“

 

Ich werde mich nicht einschüchtern lassen

Als die römische Glaubenskongregation am 22. Feb. 2021 eine Klarstellung veröffentlichte, dass eine Segnung homosexueller Verbindungen durch die Kirche nicht möglich sei, weil Gott „die Sünde nicht segnen kann“, ging eine heftige Welle des Protests durch die Welt und auch durch die Kirche im Zeichen der Regenbogenfahne. Diese Proteste offenbaren nur, wie weit sich unsere Gesellschaft und viele Glieder der Kirche bis hin zu Amtsträgern vom Geist des Evangeliums und der Wahrheit des katholischen Glaubens entfernt haben. Umso erfreulicher ist es, wenn es in anderen Konfessionen bekennende Christen gibt, die mutig in aller Öffentlichkeit die christliche Lehre über Ehe und Sexualität verteidigen.

Einer der wenigen öffentlichen Glaubenszeugen ist die finnische Christdemokratin Päivi Räsänen, die der finnisch-lutherischen Staatskirche angehört. Die fünffache Mutter und sechsfache Großmutter ist von Beruf Ärztin und seit vielen Jahren Abgeordnete zum finnischen Parlament. Vor einigen Jahren bekleidete sie sogar das Amt der Innenministerin. Sie ging in die Politik, um „den Menschen zu helfen“, wie sie sagt, und vor allem die Familien zu stützen.

Am 29. April 2021 gab nun die finnische Generalstaatsanwältin bekannt, dass man Räsänen strafrechtlich verfolgen würde. Es wurden gegen sie gleich drei  Verfahren eröffnet. Alle Anklagepunkte haben mit Aussagen zu tun, die sie zum Thema Ehe und Sexualität getätigt hat. Es droht ihr eine Haftstrafe von bis zu sechs Jahren. Sie steht unter Verdacht, sich der „Hassrede“ und „kriminellen Hetze gegen eine Minderheitengruppe“ schuldig gemacht zu haben.

Konkret geht es unter anderem um eine Broschüre mit dem Titel „Er schuf sie als Mann und Frau – Homosexuelle Beziehungen stellen das christliche Menschenbild infrage“, die Räsänen 2004 verfasst hatte. Außerdem hatte sie sich 2019 in sozialen Netzwerken kritisch über die Teilnahme der Evangelisch-Lutherischen Kirche Finnlands an einer Homosexuellen-Parade geäußert. Darüber hinaus äußerte Räsänen ihre Ansicht im Dezember 2019 im Radio in einer Diskussionsrunde des Finnischen Rundfunks zum Thema „Was würde Jesus über Homosexuelle denken“.

Räsänen wurde bereits mehrmals stundenlang von der finnischen Polizei verhört: „Es fällt mir schwer zu glauben, dass mir eine Haftstrafe droht, weil ich meine religiösen Überzeugungen öffentlich äußerte. Ich habe niemanden bedroht, verleumdet oder beleidigt.“ „Die Bibel ist jedoch sehr klar in der Lehre, dass die Ehe eine Verbindung zwischen Mann und Frau ist und dass das Praktizieren von Homosexualität gegen den Willen Gottes ist“, sagte sie. „Ich werde das Recht, meinen Glauben zu bekennen, weiterhin verteidigen, auch damit andere ihr Recht auf Glaubens- und Meinungsfreiheit künftig wahrnehmen können. Ich bleibe dabei, meine Aussagen sind legal und dürfen nicht einfach zensiert werden.“

Als Politikerin ist Räsänen das Scheinwerferlicht gewohnt. Auch, dass nicht jeder mit ihren Meinungen oder Entscheidungen glücklich ist. Aber aktuell gehen die Wogen hoch. Sie sieht sich der gewaltigen Macht einer juristischen Staatsmaschinerie gegenüber, der sie nur wenig entgegenstellen kann.

Noch hat sie die Rückendeckung ihrer Partei. Der Druck nimmt jedoch täglich zu. Hilfe erfährt sie vor allem durch ihre parlamentarische Mitarbeiterin und ihre Familie. Angst empfindet sie dennoch keine: „Ich werde nicht klein beigeben. Ich werde mich nicht einschüchtern lassen und meinen Glauben verstecken. Je mehr wir als Christen zu kontroversen Themen schweigen, desto enger wird der Raum für die Redefreiheit in Finnland.“