Selig, die reinen Herzens sind

Ein junger Matrose, der sich offen zu seinem Glauben an Gott bekannte, wurde deshalb gehänselt und verspottet. Eines Tages, die Mannschaft war an Deck, suchte der Kapitän mit seinem Fernrohr den Himmel ab und sagte enttäuscht: „Hör mal, mein Junge, jetzt habe ich den ganzen Himmel angeschaut, aber deinen Gott habe ich nicht gefunden.“ Gelächter. Ruhig antwortete der Schiffsjunge: „Das wundert mich nicht, denn Jesus hat gesagt: ‚Selig, die reines Herzens sind, denn sie werden Gott schauen.'“

Es geht um das reine Herz. Jesus hat sehr deutlich darauf hingewiesen, was den Menschen unrein macht: „Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein (Mk 7,21ff).

Das Streben nach Keuschheit ist schon ein wesentlicher Teil der Reinheit des Herzens. Der hl. Franz von Sales sagt: „Die Keuschheit hat ihren Ursprung im Herzen, ihren Sitz jedoch im Leib. Also kann man sie verlieren sowohl durch die Sinne des Leibes wie auch durch Gedanken und Begierden des Herzens. Es ist unschamhaft, Unanständiges anzusehen, anzuhören, zu sprechen, zu beriechen, zu berühren, wenn das Herz sich damit beschäftigt und Gefallen daran findet. Der hl. Paulus sagt ganz kurz: Unreines soll unter euch nicht einmal erwähnt werden (Eph 5,3). Die Bienen vermeiden nicht nur, ein Aas zu berühren, sondern sie fliehen und verabscheuen auch den Gestank, den es ausströmt.“

Aber Versuchungen sind noch keine Sünde. Die hl. Katharina von Siena (geb. 1347) zog sich zum Gebet zurück, wurde aber von Lästergedanken und unreinen Anfechtungen geplagt. Als diese Anfechtungen nachgelassen hatten, fragte sie Gott: „Herr, wo warst du in dieser Zeit?“ „In deinem Herzen.“ „O Herr, wie soll ich das glauben, mein Herz war voller unreiner Gedanken.“ „Hattest du Freude daran?“ „Nein, ich war tief betrübt.“ „Siehst du, nur weil ich in deinem Herzen war, konntest du darüber traurig sein…“

 

Wenn es Dich gibt, schenk mir ein neues Leben!

Torsten Hartung wurde 1962 im ostdeutschen Schwerin geboren. Er und seine drei Geschwister wuchsen in einer ungläubigen, gewalttätigen Familie auf. Die Eltern, erzählt er, hatten selbst keine Liebe erfahren und konnten sie daher auch nicht weitergeben. Je mehr er daheim geprügelt wird, desto mehr wird Torsten selbst zum Schläger. Prügeln, stehlen, lügen, Gefängnisstrafen prägen seine Jugendjahre.

Mit 28 Jahren sieht er keinen Sinn mehr in seinem Leben. Er fragt sich, gibt es den Teufel? Wenn ja, dann kann er seine Seele haben. Im Gegenzug verlangt er vom Bösen, 18 Monate lang wie ein König zu leben. Und tatsächlich: Kurz darauf ergeben sich Verbindungen zu Kriminellen. Er soll Luxusautos „besorgen“ und sie nach Russland und in arabische Länder liefern. Er wird zum Kopf einer Autoschieberbande und verdient bis zu 150.000 Mark pro Woche. Um klarzustellen, dass er der Boss der Bande ist, erschießt Torsten sogar einen Konkurrenten in Russland.

Als wäre nichts geschehen, fährt er drei Wochen später mit der Freundin nach Mallorca. „Ich wünsche mir ein Leben im Glück“, schrieb er in einer Kirche auf einen Anliegenzettel bei der Gottesmutter, denn das Geld machte ihn nicht glücklich. Beim Paragleiten am nächsten Tag stürzt er ab – eigentlich ein tödlicher Unfall, den er jedoch wie durch ein Wunder überlebt. Erstaunlicherweise erklärt ihm seine ungläubige Freundin, dass Gott wohl noch einen Plan mit ihm haben dürfte.

Drei Wochen später, im Oktober 1992, wurde er verhaftet. Als Kopf der Bande kam er sofort in Einzelhaft für fast 5 Jahre. „Ich fing an zu leiden. Ich fing an, mir Fragen zu stellen: Warum verhalte ich mich so?“ „Das war nicht einfach, was ich da gesehen habe. Ich bin nämlich in meinem Leben keinem bösartigeren Menschen als mir selbst begegnet.“ „Die Schuld, die ich sah, erdrückte meine Seele.“

An Ostern 1998 wurde im Gefängnis ein Jesusfilm gezeigt. Torsten schreibt ins Tagebuch: „Jesus, gib auch mir eine zweite Chance. Schenk auch mir ein neues Leben!“ Kurz darauf, am 15. Mai, betete er in seiner Zelle: „Wenn es Dich gibt, schenk‘ mir ein neues Leben. Schau, was ich für ein Leben gehabt habe. Es hat mir wehgetan und ich habe anderen wehgetan.“ Auf einmal hört er eine Stimme, deutlich und laut: „Ja, ich weiß!“ Es war Gottes Stimme, eine Stimme voll Liebe und Barmherzigkeit. Gott weiß alles, wird ihm bewusst.

Ein Sozialarbeiter drückt ihm eine Bibel in die Hand. Eine innere Stimme sagt ihm: „Nimm und schlag auf!“ Und der erste Satz, auf den er stieß, lautete: „Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht: Er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht“ (1 Joh 1,9). Er konnte es zuerst nicht glauben, dass Gott ihm wirklich vergibt. In seinen Zweifeln, die ihn tagelang quälen, bekommt er wiederum diese Eingebung: „Nimm und schlag auf!“ Da trifft er auf die Stelle: „Ihr wart tot infolge eurer Verfehlungen und Sünden. … Aus Gnade seid ihr gerettet“ (Eph 2,1ff). Diese Worte Gottes und inneren Erfahrungen der Gnade trafen ihn mitten ins Herz und führen ihn zu einer vollkommen Umkehr seines Lebens.

Er hatte gefunden, was er in seinem Herz suchte und lässt sich katholisch taufen. Seine Gefängniszelle wird ihm zur Klosterzelle in der er viel betet und sich im Glauben vertieft. Nach 15 Jahren Haft wurde er 2007 in die Freiheit entlassen: bekehrt, getauft und überzeugter Katholik. 2009 gründete er das Hilfswerk „Maria HILFT“ und ein Haus der Barmherzigkeit für straffällig geworden Jugendliche, die nach ihrer Haftentlassung kein Zuhause mehr haben, das sie erwartet. In seinem Buch „Du musst dran glauben – Vom Mörder zum Menschenretter“ und in vielen Vorträgen erzählt er, was der Herr durch seine Gnade Großes an ihm gewirkt hat.

 

Jesus, der Weg in die Freiheit

In einer Welt, in der groß gefeierte Gay-Paraden auf der Tagesordnung stehen und in der alle Menschen zur politisch korrekten Meinung gezwungen werden sollen, dass Homosexualität und Gender etwas ganz Normales wären, so dass kaum jemand öffentlich und ernsthaft die Wahrheit zu sagen wagt, gibt es doch eine immer größer werdende Gruppe von Christen, die auch öffentlich für die Wahrheit des Evangeliums aus eigener Erfahrung Zeugnis geben.

Wie „Life Site News“ berichtet, haben sich am 25./26. Mai 2019 rund 200 ehemals schwulen und transsexuellen Personen, die überzeugte Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft waren, in Washington zum zweiten jährlichen „Freiheitsmarsch“ versammelt und bei ihrer Kundgebung auf dem Gelände des Washington Monument öffentlich Zeugnis gegeben von der Gnade und Heilung, die sie durch eine Beziehung zu Jesus Christus gefunden haben.

„Sieh dir das an! Das ist erstaunlich! Sie sagen, dass es uns nicht gibt“, erklärte M.J. Nixon, der Mitbegründer dieses Marsches, da sich die Teilnehmerzahl gegenüber dem Vorjahr verdreifacht hatte.

Zwei Teilnehmer, Luis Ruiz und Angel Colon, die sich bekehrt haben, waren Überlebende der Schießerei im homosexuellen Pulse Nightclub in Orlando, wo im Juni 2016 durch die Hand eines Homosexuellen 49 Menschen ums Leben kamen. Als Colon schwer verletzt am Boden lag, sagte er sich: „Ich bleibe hier nicht tot zurück, Herr; ich bleibe am Leben, und wenn ich es tue, werde ich dich für den Rest meines Lebens anbeten.“

Und Ruiz bekennt: „Unsere Identität liegt nicht in unserer Sexualität, sondern in Jesus Christus.“ Die ehemalige Transfrau Jeffrey McCall sagte in ihrem Zeugnis: „Es war die Kraft des Heiligen Geistes und die Gnade Jesu Christi, die auf uns alle fiel.“

 

Der Rosenkranz, mein Begleiter

Raymond Fau, geboren 1936, ist ein französischer Chansonnier, der zahlreiche Kirchenlieder komponiert und Konzerttourneen durch mehr als 40 Länder gemacht hat. Hier sein Zeugnis:

„Das Lied ist für mich vor allem ein Mittel zur Begegnung. – Was sage ich denen, die mir zuhören? Meine Freude am Glauben… In dieser Weitergabe meiner Freude spielt die Mutter Jesu eine wesentliche Rolle.“

Raymond Fau nimmt einen Rosenkranz aus seiner Hosentasche und fährt fort: „Sehen Sie, das ist mein Begleiter. Auf den Straßen der Städte, in der Metro von Paris, transportiert mich der Rosenkranz mit seinem Rhythmus in eine andere Welt. Die Christen von heute machen einen Fehler, nicht daran zu glauben.“

„Meine schönste Erinnerung ? … im Frauengefängnis von Rennes. Vor zwei Jahren habe ich zusammen mit meinem Gitarristen mit ihnen den Heiligen Abend verbracht. Die Gefangenen hatten die Erlaubnis, sich mit uns zu unterhalten.

Ich erinnere mich vor allem an einen 15. August, den ich dort verbracht habe. Wir sangen das alte Lied „j’irai la voir un jour“ (eines Tages werde ich sie -Maria – sehen). Das mag lächerlich erscheinen, ich habe geweint wie ein Schoßhund.“ „Gesang ist ein Teil meines Lebens, aber von Christus, der die Liebe ist, zu singen, ist eine riesige Herausforderung. Die Jungfrau Maria ist da, um mir zu helfen.“

 

Er wird in ihrer Mitte wohnen

Die erste Lesung zum 5. Sonntag der Osterzeit aus der Apostelgeschichte berichtet uns davon, wie Paulus und Barnabas  den Gemeinden, die von ihnen gegründet wurden, Mut zusprechen und sie ermahnen, treu am Glauben festzuhalten: „Durch viele Drangsale müssen wir in das Reich Gottes gelangen“ (Apg 14,22). Denn das Leben der ersten Christen war von Anfang an durch Verfolgungen gekennzeichnet.

Der Glaube an Christus ist nicht ein Mittel, das uns von allen Mühen dieses Lebens befreit; er ist vielmehr eine Kraft, durch die wir die Leiden dieses Lebens fruchtbringend ertragen können, so dass wir durch all diese Drangsale in das Reich Gottes gelangen, das jetzt schon beginnt und sich in der ewigen Seligkeit vollendet.

Was mit dem Reich Gottes gemeint ist, wird uns in der zweiten Lesung dieses Sonntags aufgezeigt. Hier sieht der Apostel Johannes in einer Vision das neue, himmlische Jerusalem (Offb 21, 1-5a). Und da heißt es: „Er, Gott, wird alle Tränen von ihren Augen abwischen. Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal.“ Genau das hat Gott für uns vorbereitet. Es ist die ewige, glückselige Gemeinschaft mit ihm. Das ist unser Ziel, das wir nach diesem irdischen Leben erreichen können.

Aber es ist auch wichtig zu sehen in dieser Vision der Geheimen Offenbarung: Der Himmel ist nicht irgendwo in einem fernen Jenseits. Sondern Johannes hat in seiner Vision gesehen, wie das  neue Jerusalem auf die Erde herabkam. „Seht die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein.“ Die Wohnung Gottes ist schon jetzt unter den Menschen. Durch Jesus Christus ist ja Gott selbst in diese Welt gekommen. Deshalb ist der Himmel durch die heilige Kirche, vor allem durch die Sakramente, schon jetzt auf die Erde gekommen. Am deutlichsten können wir diese Gegenwart des Herrn unter uns in der heiligen Eucharistie erkennen. Im allerheiligsten Sakrament ist der Herr leibhaftig unter uns.

Aber diese Gegenwart des Herrn, diesen Himmel auf Erden, können wie jetzt nur im Glauben sehen und erfassen. Aber gerade dieser Glaube ist es, der uns durch diese irdische Welt auf Gott blicken lässt. Wer an Jesus Christus glaubt, hat einen Durchblick im Leben, wie ihn ein ungläubiger Mensch niemals haben kann. Der gläubige Mensch sieht den Sinn und das Ziel seines Lebens. Vor allem sieht er, dass wir im Glauben an Jesus Christus durch die Drangsale und Leiden dieser Zeit in das Reich Gottes eingehen. Er sieht in diesem Leben schon die Herrlichkeit des Himmels durchscheinen, und das gibt ihm Hoffnung, Kraft und Mut, alle Leiden und das Kreuz aus Liebe zu Gott und den Menschen auf sich zu nehmen. Denn sie bringen eine große Herrlichkeit mit sich, sie führen ihn in das ewige Reich Gottes hinein.

 

Gestärkt zum guten Kampf durch den Heiligen Geist

Wir haben den Heiligen Geist in der Taufe und Firmung empfangen. Sein Kommen führt uns aber in einen geistlichen guten Kampf, da das Herz zwischen Gut und Böse hin- und hergerissen ist. Wir lernen dabei, unsere innere Gespaltenheit zu überwinden, damit der Friede Gottes in uns wohne. Die wichtigsten  Hilfsmittel sind das Gebet und die heiligen Sakramente, durch die unsere Seele im Guten gestärkt wird. Vielleicht inspiriert vom Heiligen Geist, ohne es zu wissen, erzählte ein alter Cherokee-Indianer seinem Enkel die Geschichte des inneren Kampfes, der sich in der Seele der Menschen abspielt: „Mein Sohn, es gibt einen Kampf zwischen zwei Wölfen in uns allen. Einer ist Böse: Es ist Wut, Neid, Eifersucht, Traurigkeit, Gier, Unzufriedenheit, Lügen, Stolz, Eitelkeit, Hass, Egoismus … . Der andere ist gut: Es ist Freude, Liebe, Hoffnung, Demut, Freundlichkeit, Wohlwollen, Geduld, Wahrheit, Mitgefühl … .“ Der Enkel dachte einen Moment lang über diese Geschichte nach und fragte seinen Großvater: „Welcher der beiden Wölfe gewinnt?“ Der alte Indianer antwortete einfach: „Der, den du fütterst.“

 

Die Rolle des Barabbas hat mich zu Jesus geführt

Der italienische Schauspieler Pietro Sarubbi spielte im Film „Die Passion Christi“ von Mel Gibson die Rolle des Barabbas. Es war nur eine kurze Szene, die er zu spielen hatte, aber sie wurde für ihn zu einer wirklichen Begegnung mit Jesus, die sein Leben gänzlich veränderte. In Interviews, Vorträgen, Talk-Shows und in seinen Buch „Von Barabbas zu Jesus“ gibt er Zeugnis von seiner Bekehrung, um vor allem die Jugend für den Glauben zu gewinnen.

Pietro Sarubbi (Jg. 1961) war von Kindheit an ein unruhiger Geist. Mit 13 Jahren lief er von zu Haus weg, um Zirkuskünstler zu werden. Nach manchen Enttäuschungen gelang es ihm, zu einem italienweit angesehenen Theater- und Filmschauspieler zu werden. Wie es in der Unterhaltungswelt üblich ist, lebte Sarubbi viele Jahre lang weit vom Glauben entfernt. Im Sommer 2002 erhielt er von Mel Gibson das Angebot im Film „The Passion“ mitzuwirken. Es war für ihn enttäuschend, dass er nur diese kurze Rolle des Barabbas spielen sollte, lieber wäre ihm Petrus gewesen. Widerwillig nahm er aber die Rolle an. „Schließlich wollte ich ja viel Geld verdienen, berühmt werden und in die Zeitungen kommen.“

Aber die Dreharbeiten wurden für ihn zur großen Gnade. Er erzählt: „Von Mel Gibson hatte ich Anweisung, nicht eher auf Jesus zu schauen, bis ich am Schluss meiner Szene, von den Ketten befreit, die Stufen des ‚Prätoriums‘ hinabsteigen würde. Erst dann sollte ich, Barabbas, auf diesen armen zerschundenen Unbekannten schauen, der an meiner Stelle nun in den Tod gehen musste … Als ich also die erste Stufe hinunterging, spürte ich plötzlich etwas wie einen leichten Ruck, zusammen mit dem Empfinden von Wärme an meiner rechten Schulter. Unwillkürlich drehte ich mich um … und war vom Blick des Jesus-Schauspielers, der mich nun traf, zutiefst überrascht und verwirrt! Ich fand darin nichts von all dem, was ich erwartet hatte, keinerlei Wut oder Klage. In seiner enormen Tiefe lagen vielmehr Milde, Annahme und Barmherzigkeit, ein Schleier von Liebe und Sorge um mich, Barabbas, und meinen verkommenen Zustand, das alles zusammen und in einer Weise, wie ich in meinem Leben nie zuvor angeblickt worden war! Es war ein starkes, unbeschreibliches Empfinden, das in meinem Herzen eine plötzliche Veränderung bewirkte. Und was beim Film oft mühsam ist, nämlich dieselbe Szene immer und immer wieder zu drehen, wurde für mich zur Chance, diesen Blick, der jedes Mal eindringlich war, zu vertiefen und tief aufzunehmen; den Blick eines Schauspielers, aber in ihm wohnte Gott! Ja, in diesem Blick begegnete mir der Blick Jesu.“ … „Das war für mich etwas so Gewaltiges, dass mir das Herz davon heute noch vor Rührung und Betroffenheit übergeht.“ … „Immer wieder sah ich mir Die Passion Christi an, die für mich zum Katechismusunterricht wurde. Vor allem die Szene vom Letzten Abendmahl ließ mich nicht los …

An einem gewissen Punkt erlebte ich die Sehnsucht, ja die dringende Notwendigkeit, die hl. Eucharistie zu empfangen. Umso größer war der Schmerz, darauf verzichten zu müssen, da ich mit einer Frau zusammenlebte, mit der ich nicht verheiratet war. Diese ungeheure Anziehungskraft brachte mich schließlich dazu, meine selbstgebastelten Ansichten zu überdenken: Noch im November desselben Jahres 2003 heirateten wir kirchlich. Seitdem haben meine Kinder einen Papa, der ein bisschen ruhiger, sanfter und lebensfroher ist. In meinem Schauspielberuf dagegen suche ich nach Wegen, dem Herrn und dem Glauben zu dienen, und das erfüllt mich mit riesengroßer Freude.“

 

 

Güterzug oder Personenzug

Zwei junge Menschen verlieben sich und beschließen zu heiraten. Das Mädchen kommt aus einem sehr reichen Elternhaus. Dort wird der junge Mann zum Abendessen eingeladen und will, wie es früher so üblich war, um die Hand der Tochter bitten. Verlegen steht er den zukünftigen Schwiegereltern gegenüber. Die wohlüberlegten Sätze sind wie weggeblasen. Schließlich spricht er von einem ungeheuren Zug, der ihn zu dem Mädchen zieht, dass der Zug immer stärker geworden ist, dass er jetzt um die Hand der Tochter bitten möchte. Der zukünftige Schwiegervater legt ihm gütig lächelnd die Hand auf die Schulter und fragt: „Dieser Zug von dem Sie da sprechen, ist das ein ‚Güterzug‘ oder ein ‚Personenzug‘?“

Das ist auch eine Frage, die unsere Beziehung zu Gott betrifft. Haben wir zu ihm eher einen ‚Güterzug‘, weil wir uns von ihm seine Güter und Hilfen erwarten, weil er für uns ein Wünscheerfüller ist? Oder ist Gott für uns unser Herr und Vater, Freund und Vertrauter und unsere Beziehung zu ihm ein ‚Personenzug‘? Gott beschenkt uns wahrlich überreich mit seinen Gaben und Gnaden. „Und was hast du, das du nicht empfangen hättest?“, sagt der hl. Paulus (1Kor 4,7). Aber haben wir auch eine ganz persönliche Beziehung zu ihm? Lieben wir ihn um seiner selbst willen, auch dann, wenn er uns seine Güter und Hilfen nicht in dem Maß und in der Weise gewährt, wie wir es wünschten? Der Sohn Gottes ist in Jesus Christus Mensch geworden und hat aus Liebe zu jedem von uns unsere Schuld getragen und Leiden und Tod auf sich genommen. Darum fragt er uns, wie damals den Petrus: „Liebst du mich mehr als diese?“

 

Meine Freude konnten sie mir nicht nehmen

Seit 1999 nimmt die Islamisierung im afrikanischen Staat Nigeria zu. Tausende Christen fielen seitdem einem religiösen Völkermord zum Opfer. In Teilen des Landes wurde die Scharia eingeführt und islamische Gruppen wie Boko Haram terrorisieren bis heute auf brutalste Art die Christen. Allein im März 2019 wurden bei Überfällen über 100 Christen getötet.

Ein beeindruckendes Glaubenszeugnis gibt uns Danjuma Shakuru, der 2016 mit 13 Jahren einen Angriff von Boko Haram wie durch ein Wunder überlebte. Heute trägt er schreckliche Narben an seinem Körper, aber auch ein strahlendes Lächeln, das einen sprachlos macht.

Danjuma erinnert sich noch genau an diesen Mittwoch Morgen. Gegen sechs Uhr hörte er Schüsse und wusste sofort, dass nun auch sein Dorf angegriffen wurde. Er und seine Nachbarn, alles gläubige Christen, lebten bislang in Frieden miteinander. Nun rannte er um sein Leben. Doch er konnte den Angreifern nicht entkommen. An jenem Tag waren es rund tausend islamische Terroristen, die sich blutrünstig auf die Christen stürzten, Häuser niederbrannten und jeden töteten, der ihnen unter die Finger kam. Danjuma erinnert sich noch daran, welchen Schmerz die Machete auslöste, die mit voller Wucht seinen Kopf traf. Dann verlor er sein Bewusstsein. Es fehlt ihm die Erinnerung daran, wie die Terroristen seinen linken Arm abhacken und sein rechtes Auge ausstechen. Er erinnert sich auch nicht daran, wie sie sein Geschlechtsteil abschneiden. Als er wieder zu Bewusstsein kommt, haben die Dorfbewohner sein Grab schon ausgehoben. Niemand kann glauben, dass der Junge überlebt hat.

Unfassbar, dass Danjuma nach all dem seinen Glauben an Gott nicht verloren hat. Er sagt: „Ich habe schon als Kind Jesus mein Leben anvertraut. Ich gehöre ihm und er sorgt für mich. Es ist ein Wunder, dass ich überlebt habe, das sagen selbst Ärzte. Gott hat nicht zugelassen, dass ich sterbe und er hält auch meine Zukunft in seiner guten Hand.“ „Sie wollten mir alles nehmen, aber meine Freude konnten sie mir nicht wegnehmen. Denn die Freude kommt ganz von innen und die schenkt mir Gott jeden Tag neu.“ Trotzdem ist Danjumas Leben heute ganz anders. Er trägt einen Katheter und muss immer einen Urinbeutel mit sich führen. Er wird sein Leben lang auf medizinische Hilfe angewiesen sein. Danjuma weiß, dass sein Leben nicht leicht wird: „Ich wünsche mir, dass jeder, der meine Geschichte liest, für mich betet. Aber ich hoffe auch, dass ich Menschen in ähnlichen Situationen Mut machen kann, sich Jesus zu öffnen. Gott hat uns geschaffen und er weiß genau, wie es uns geht. Lasst uns an ihm festhalten und die Liebe füreinander nicht verlieren. Gott allein weiß, wie unsere Zukunft aussieht. Aber mit ihm, dem Herrn und Retter an unserer Seite, können wir alles schaffen.“

Quelle: Vgl. https://www.jesus.ch/themen/people/portraits/302989-die_freude_am_leben_konnten_sie_mir_nicht_nehmen.html

Hoffnungslos verliebt in die selige Jungfrau Maria

Prof. Roy Schoeman wurde 1951 als Sohn jüdischer Eltern, die während des Nationalsozialismus aus Deutschland in die USA geflohen waren, in New York geboren. Seine jüdische Bildung erhielt er von prominenten strenggläubigen Rabbinern, die ihn stark für den Glauben begeistern. Er studierte am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Er berichtet: „Obwohl ich versuchte, meine religiöse Orientierung aufrechtzuerhalten, gab es einen fatalen Fehler, der mich bald in die Irre führte.  Ich hatte kein Verständnis für die Beziehung zwischen Religion und Moral, insbesondere der sexuellen Moral.  So vermischte sich meine Religiosität bald in die Drogen‑ und ‚freie Liebe’‑Kultur, die überhand nahm, und degenerierte bald in die unmoralische, vage Hippie‑Spiritualität der damaligen Zeit. Mein Durst nach Gott wurde lange Zeit von den falschen Tröstungen und der verführerischen Spiritualität dieser Umgebung gestillt.“

Aufgrund seiner ausgezeichneten Leistungen begann er eine glänzende Karriere als Dozent an der hochangesehenen Harvard Business School. Doch das erhoffte Glück blieb aus. Viele Jahre lang lebte er in einer schrecklichen inneren Spannung. „Indem ich die Verbindung mit Gott verloren hatte, hatte ich auch das Gespür für den eigentlichen Sinn und die Richtung meines Lebens verloren. … Nach etwa vier Jahren meiner Havard-Laufbahn wurde ich von einem Gefühl absoluter Sinnlosigkeit überwältigt, das mich fast zur Verzweiflung brachte.“ Sein einziger Trost in dieser Zeit waren ausgedehnte, einsame Spaziergänge in der Natur. Auf einem Spaziergang an einem frühen Morgen Anfang Juni 1987 empfing er eine besondere Gnade, die sein Leben änderte: „Ich befand mich in der spürbaren Gegenwart Gottes und war mir Seiner unendlichen, ganz persönlichen Liebe bewusst. …“ Von da an wollte er mehr über Gott erfahren. „Ich wollte Seinen Namen kennen, um zu wissen, in welcher Religion ich Ihm in aufrechter Weise dienen und Ihn anbeten könne. ‚Bitte, sag mir deinen Namen‘, betete ich von nun an jeden Abend vor dem Einschlafen, ‚gleich, ob Du Buddha heißt und ich Buddhist werden muss, … oder ob Du Krishna bist und ich Hindu werden muss – solange Du nicht Christus bist und ich Christ werden muss!'“

Auf den Tag genau ein Jahr nach seiner ersten Gotteserfahrung kam die Gnade erneut zu Roy. In einem Traumgesicht wurde er in einen Raum geführt, in dem er der schönsten Frau begegnete, die er jemals gesehen hatte. Ohne dass es ihm jemand gesagt hätte, wusste er: Es ist die Jungfrau Maria! Und das, obwohl er als Jude während seines ganzen bisherigen Lebens kaum etwas von ihr gehört hatte. Die Reinheit und Liebe der schönen Frau hatten eine unbeschreibliche Ausstrahlung und Anziehungskraft. „Als ich erwachte, war ich hoffnungslos in Maria verliebt. Ich wusste, dass der Gott, der sich mir vor einem Jahr geoffenbart hatte, Christus war, und ich wünschte nichts sehnlicher, als Christ zu werden.“ Auf dem zärtlichsten Weg, den man sich nur denken kann, hatte der Herr ohne Worte Roy geantwortet: „Mein Name ist Jesus. Ich bin der von den Juden erwartete Messias.“ Durch Maria fand er zu Jesus und in die katholische Kirche.

Quelle: vgl.: https://www.salvationisfromthejews.com/christversion.html