Warum lag Jesus in einer Futterkrippe?

Schwester Emmanuel von der Gemeinschaft der Seligpreisungen erzählte folgende Begebenheit, die wieder einmal die Weisheit der Kinder bezeugt: Während der Adventszeit behandelte eine Katechetin in der ersten Klasse im Unterricht das Weihnachtsereignis. Sie beschrieb den Kindern die Armut der Heiligen Familie. Maria und Josef fanden in Bethlehem keine Unterkunft, weil in der Herberge kein Platz war. Sie mussten in einer Grotte leben, und das kleine Jesuskind konnte nicht einmal in einem Bett schlafen, sondern musste in einer Futterkrippe liegen…

Um zu überprüfen, ob die Kinder alles verstanden hatten, stellte die Lehrerin zur Wiederholung die Frage: „Wer kann mir sagen, warum Jesus in einer Futterkrippe geschlafen hat?“ Darauf meldete sich einer der kleinen Buben: „Aber das musste doch so sein, daß Jesus in einer Futterkrippe schlief! Denn er hat ja schon gewusst, dass er einmal (in der Hostie) gegessen wird.“ Der hl. Pater Pio sagt: „Wie viele große Lehren gehen von der Krippe in Betlehem aus! Welch´ glühende Liebe muss das Herz für den empfinden, der für uns ganz zart und klein geworden ist! Bitten wir das Göttliche Kind, es möge uns mit Demut erfüllen; denn nur durch diese Tugend sind wir imstande, dieses Geheimnis göttlicher Zärtlichkeit und Menschenfreundlichkeit zu erfassen und zu genießen.“

Sammelt euch Schätze im Himmel

Ein Wirtschaftsmagazin berichtete: In Amerika gibt es eine Liste der 400 reichsten Bürger des Landes. Wer zu diesen Reichsten gehören will, muss nach dem jetzigen Stand mindestens 1,3 Milliarden Dollar (rund 930 Millionen Euro) Privatvermögen besitzen. Diese 400 Reichsten haben im Jahre 2006 im Schnitt nochmals 23 Prozent mehr Geld angehäuft als sie ohnehin schon besaßen. Und in einem anderen Bericht war zu lesen, dass viele dieser Reichen ihre wertvollsten Kunstgegenstände und Sammlungen „hochsicher“ in alten aufgelassenen Bergwerken unterirdisch lagern.

Reichtum ist an sich nichts schlechtes. Wie viel könnten die Reichen mit ihrem Geld Gutes tun für die Menschen und für die Ausbreitung des Reiches Gottes. Aber Jesus hat darauf hingewiesen, dass es schwer ist für die Reichen, in das Reich Gottes zu gelangen, weil sie meist so sehr am Geld hängen. Darum muss man für diese Leute besonders beten. Jesus sagt: „Sammelt euch nicht Schätze hier auf der Erde, wo Motte und Wurm sie zerstören und wo Diebe einbrechen und sie stehlen, sondern sammelt euch Schätze im Himmel“ (Mt 6, 21-22). Das Vertrauen auf Gott, die Taten, die wir aus Liebe zu ihm vollbringen, das sind bleibende Schätze für das ewige Leben.

Fest der drei Erzengel: Gabriel, Raphael und Michael

Darstellung des Heiligen Erzengels Michael von Hans Memling (1497). Die heiligen Engel sind unsere mächtigen Helfer und Beschützer vor den Angriffen des Teufels. Am 29. 9. ist das Fest der drei Erzengel. Bitten wir sie um ihre Hilfe.

Heiliger Erzengel Michael,

verteidige uns im Kampfe. Gegen die Bosheit und die Nachstellung des Teufels sei unser Schutz! Gott gebiete ihm, so bitten wir flehentlich. Du aber, Fürst der himmlischen Heerscharen, stoße den Satan und die anderen bösen Geister, die in der Welt umhergehen, um die Seelen zu verderben, durch die Kraft Gottes in die Hölle. Amen.

Der Lift zu Gott

Am 1. Oktober feiern wir den Gedenktag der hl. Theresia von Lisieux. Obwohl sie nur 24 Jahre alt geworden ist (am 30. Sept. 1897 ist sie gestorben), äußerlich gesehen keine außergewöhnlichen Taten vollbracht hat, gehört sie zu den großen Heiligen. Johannes Paul II. hat sie sogar zur Kirchenlehrerin erhoben.
Was uns die hl. Theresia aus ihrer reichen inneren Gotteserfahrung vor allem lehrt, ist der „kleine Weg“. Die Heiligkeit besteht nicht in außergewöhnlichen Taten, sondern darin, dass wir das ganz Gewöhnliche aus Liebe zu Gott vollbringen. Sie beschreibt den kleinen Weg in verschiedenen Bildern. Die Liebe zu Gott ist wie ein „Lift“, ein „Aufzug“, in einem Haus, durch den wir mühelos zu Gott emporgehoben werden. Alle, was wir aus Liebe tun, das führt uns höher. Aber wir merken, dass es nicht immer so einfach ist, alles aus Liebe zu Gott zu tun. Die Seele muss erst von allen möglichen Verschmutzungen gereinigt werden, damit sie in Liebe erstrahlt. Was tut nun Gott, um die Seele zu reinigen? Hier verwendet die hl. Theresia wieder ein anschauliches Gleichnis. Sie sagt: „Beachten Sie die Methode, die man anwendet, um Kupfergeschirr zum Glänzen zu bringen: Man streicht es mit sandigem Dreck ein, der es eintrübt und beschmutzt; und damit reibt man es kräftig und dann glänzt es wie Gold. Die Versuchungen sind für die Seele wie dieser Dreck, sie dienen nur dazu, in der Seele die eben diesen Versuchungen entgegengesetzten Tugenden aufstrahlen zu lassen.“
Darum soll es uns nicht wundern, wenn wir unter so manchen Versuchungen leiden. Gott reinig uns, damit wir besser aus Liebe handeln können und schneller von ihm erhöht werden können.

Warum habt ihr solche Angst?

Eine der wunderbaren Begebenheiten in der heiligen Schrift, die uns die göttlichen Macht des Herr offenbaren, ist die Stillung des Seesturmes. Die Apostel glaubten schon, dass sie in den Wellen untergehen würden, während der Herr im Boot schlief. Voll Angst weckten sie Jesus. Da gebot er machtvoll dem Sturm und der Wind und die Wellen legten sich. Das war ein eindrucksvolles Zeichen dafür, dass Jesus wirklich der Herr ist über alle Mächte und Gewalten dieser Welt. Zu seinen Jüngern aber sagt er: „Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?“ (Mk 4,40).

Wir haben vielleicht den Eindruck, dass solche Wunder Vergangenheit sind. Aber der Herr wirkt auch in unserer Zeit noch solche Zeichen, damit wir Vertrauen in ihn haben und in den vielen Gefahren und Bedrängnissen alle unsere Ängste überwinden. Er ist ja bei uns, vor allem im Sakrament der Eucharistie.

Es war im Jahre 1906 in Kolumbien/Südamerika. Die Stadt Tumaco liegt auf einer kleinen Insel an der Pazifikküste im Süden des Landes. Am 31. Jänner wurde diese Gegend um 10.00 Uhr vormittags von einem heftigen Erdbeben erschüttert. Viele Häuser stürzten ein. Die Leute eilten hilfesuchend zur Kirche, und baten den Pfarrer, P. Larrondo und seinen Kaplan, P. Moreno, beide Augustiner, gleich eine Bittprozession zu beginnen, damit sie vor weiterem Schaden bewahrt blieben. Als die Leute aufs Meer hinausschauten, sahen sie, wie das Wasser, obwohl es nicht die Zeit der Ebbe war, immer mehr von der Küste zurückwich und einen breiten Landstreifen zurückließ. So war es bisher noch nie geschehen. Weit draußen im Meer sahen sie, wie sich eine riesige Wassermauer aufstaute, die bald zurück an die Küste kommen, die ganze Stadt überfluten und alles zerstören würde. Angesichts dieser unheimlichen Gefahr eilte der Pfarre geistesgegenwärtig in die Kirche, holte das Allerheiligste, und lief damit in Richtung Meeresstrand. Den Leuten rief er zu: „Kommt alle zum Strand! Möge Gott mit uns Erbarmen haben.“
Beeindruckt von seinem Mut, folgten ihm viele Leute. Als sie die riesige Welle sahen, die sich der Küste näherte, schrieen sie vor Angst und glaubten, dass ihr Ende gekommen sei. P. Lorrendo aber schritt vor den Augen aller mit hoch erhobener heiliger Hostie der herantosenden Riesenwelle entgegen, und er segnete sie, als sie ihren Höhepunkt erreicht hatte.

In diesem Moment hielt der Wasserberg – entgegen allen Naturgesetzen – plötzlich in seinem gewaltigen Ansturm inne, stand einen Augenblick still und flutete dann langsam zurück in das offene Meer, wo er sich still verlief.

„Ein Wunder, ein Wunder“, riefen alle ergriffen, denn wie gebannt hatte die vom Tod bedrohte Menge die Rettung erlebt. Weinend und jubelnd umringten sie P. Lorrendo und singend und betend zogen sie mit dem Allerheiligsten zurück zur Kirche. Die Macht der eucharistischen Gegenwart des Herrn, die sich in Tumaco gezeigt hatte, wurde weitum bekannt.

Dieses Wunder aber kann uns im Glauben stärken, dass der Herr uns auch in allen „Erdbeben“ der Seele und allen Flutwellen der Versuchung bewahren wird. In der eucharistischen Anbetung können wir seine Macht und Hilfe erfahren.

Gottes Bild in uns

Der fromme Maler Johann Friedrich Overbeck (1789-1869) lag sterbenskrank darnieder. Sein Freund und Künstler Eduard von Steinle hatte ihn besucht und mit ihm über seine Werke gesprochen und den Wert der Kunst, die er geschaffen hatte. Overbeck wurde auf einmal sehr ernst und sagte: „Es ist gewiss wahr, dass unser Beruf eines Künstlers herrlich ist, aber wenn es mit uns zu Ende geht, dann werden wir nicht gefragt, wieviele herrliche Bilder wir der Nachwelt auf dieser Erde zurückgelassen haben, sondern ob Gott der Herr in der anderen Welt in uns sein eigenes Bild wiedererkennt.“

Leben im Geist der Gotteskindschaft

Ein Familienvater erzählt, wie ihm das Verhalten seiner kleinen Tochter zum Beispiel für jenes Vertrauen wurde, das wir in unseren Vater im Himmel haben sollten.

Es war vor etlichen Jahren. Eines Nachmittags fuhr ich mir meiner Frau und unseren vier kleinen Kindern zum Einkaufen mit unserem Kleinbus. Endlich hatten wir alles beisammen und rasch waren die Lebensmittel im Auto verstaut – und die Kinder auch. Wir waren schon ein oder zwei Kilometer gefahren, als auf einmal unser Fünfjähriger aus dem Fond des Wagens nach vorne rief: „Mama, Elisabeth ist nicht da!“ Zunächst registrierte ich die Bedeutung dieser Worte nicht, doch dann durchzuckte es mich wie ein Blitz. Wir hatten Elisabeth auf dem Parkplatz vergessen!

Meine Frau und ich starrten uns gegenseitig an, dann legte ich eine unsanfte Bremsung hin und mit einer Geschwindigkeit und einer Panik, die auf dieser Straße sicher nicht erlaubt war, raste ich zurück. Mir schossen die wildesten Bilder und Gedanken durch den Kopf: Elisabeth mit ihren drei Jahren laut schreiend und eine Menschenmenge um sie herum – oder vielleicht wird sie gerade entführt – so etwas liest man doch in der Zeitung – sicher wird sie ein Trauma davontragen – wie sind wir verantwortungslos! – einfach ein Kind vergessen…

Jetzt waren wir schon nahe am Einkaufscenter angelangt, wir suchten mit unseren Blicken den Parkplatz ab. Doch nirgendwo gab es einen Menschenauflauf zu sehen. Alles war ruhig, als wäre nichts geschehen.

Schließlich bleiben unsere Augen an einem kleinen Kind hängen, das in aller Ruhe und Gemütlichkeit auf uns zu spazierte. Es ist Elisabeth!!

Zunächst können wir die Situation nicht einordnen. Warum weint sie nicht? Was ist geschehen? Dann stürzen wir aus dem Auto, laufen auf sie zu mit ausgebreiteten Armen und überglücklich drücken wir sie an uns.

Schließlich fragen wir sie: „Elisabeth, hast du gar keine Angst gehabt?“ Sie antwortet: „Nein, ich habe doch gewusst, dass ihr mich wieder abholen würdet. Da bin ich euch schon mal entgegengegangen.“
Wir waren sprachlos. Ein solches Vertrauen eines kleinen Kindes! Wie wunderbar! Ich erinnerte mich an die Worte Jesu: Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder… Dieses Erlebnis hatte mir gezeigt, dass wir von den Kindern einiges lernen können, nicht nur sie von uns. Es hatte mir gezeigt, wie Vertrauen auf den liebenden Gott aussehen kann und auch, dass er uns nie wirklich allein lässt.

Sie wollte alle ihre Kinder ganz Gott schenken

Es ist eine Tatsache, dass Priesterberufungen erbetet werden müssen, denn davon spricht Jesus selbst im Evangelium: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden “ (Mt 9,3738). Ein ungewöhnlich schönes Beispiel einer durch und durch priesterlich gesinnten Frau und Mutter, die sehr viel um Berufungen gebetet hat, ist das der englischen Familienmutter Eliza Vaughan.

Sie stammte aus einer streng protestantischen Familie, jener der RollsRoyce. Doch schon als Mädchen war sie während ihrer Erziehung in Frankreich tief beeindruckt vom vorbildlichen Einsatz der katholischen Kirche für die Armen. Nachdem sie im Sommer 1830 Oberst John Francas Vaughan geheiratet hatte, trat Eliza im Herbst trotz des Widerstandes ihrer Verwandten zum katholischen Glauben über. Diesen Schritt tat sie mit großer innerer Überzeugung und nicht nur, weil sie in eine traditionsreiche, bekannte katholische Familie Englands einheiratete. Eliza gehörte zu jenen, die wirklich aus ganzem Herzen konvertiert waren, so sehr, dass sie in ihrem religiösen Eifer ihrem Gatten vorschlug, alle ihre Kinder einmal ganz Gott zu schenken. Zudem machte sie es sich zur Gewohnheit, täglich eine Stunde vor dem Allerheiligsten in der Hauskapelle von Courtfield Anbetung zu halten. Dabei bat sie Gott um eine große Familie und um viele geistliche Berufungen unter ihren Kindern. Und sie wurde erhört! 14 Kindern schenkte sie das Leben, wobei sie bald nach der Geburt des letzten Kindes 1853 starb. Von ihren 13 lebenden Kindern aber wurden sechs der acht Söhne Priester: zwei waren Ordenspriester, einer Weltpriester, einer Bischof, einer Erzbischof und einer Kardinal. Von den fünf Töchtern wurden vier Ordensschwestern. Welcher Segen für die Familie und welch ein Segen ging für ganz England von dieser Mutter aus!

Zwei Monate nach ihrem Tod schrieb Oberst Vaughan, der stets überzeugt war, dass die göttliche Vorsehung ihm Eliza geschenkt hatte, in einem Brief. „Heute habe ich dem Herrn bei der Anbetung gedankt, daß ich Ihm meine mir so liebe Frau zurückschenken konnte. Ich schüttete Ihm mein Herz aus, voll Dankbarkeit dafür, daß Er mir Eliza als Vorbild und Führerin gegeben hatte, mit der mich auch jetzt noch ein untrennbares geistiges Band verbindet. Welch wunderbaren Trost und welche Gnade vermittelt sie mir! Immer noch sehe ich sie, wie ich sie stets vor dem Allerheiligsten sah: in ihrer reinen und so menschlichen Liebenswürdigkeit, die sich auf ihrem schönen Gesicht während des Gebetes widerspiegelte. „

Die Anziehungskraft der katholischen Kirche

Aus einem Bericht über die katholische Kirche in den USA geht hervor, dass sechs hochrangige protestantische Gelehrte, die alle als offizielle Vertreter ihrer kirchlichen Gemeinschaften auch an ökumenischen Gesprächen teilnahmen, innerhalb eines Jahres (2004/5) den Weg zur katholischen Kirche gefunden haben. Aus den Zeugnissen, die sie über die Gründe ihrer Konversion gegeben haben, geht immer wieder hervor, dass sie im katholischen Glauben einen Reichtum entdeckt haben, den sie in ihren eigenen Gemeinschaften nicht gekannt haben. Wir wissen, dass es im Laufe der Kirchengeschichte immer wieder Abspaltungen von der einen, von Christus gegründeten Kirche gegeben hat.
Allen Abspaltungen vom katholischen Glauben ist der Wesenszug gemeinsam, dass sie bestimmte Dinge, die zum ganzen katholischen Glaubensgut gehören („katholisch“ bedeutet ja „allumfassend“), weggelassen haben und bestimmte Glaubensinhalte aus ihrem Glaubensbekenntnis ausschließen.
Die protestantische Gemeinschaften z.B. lehnen die Marienverehrung ab, haben kein sakramentales Priestertum und deshalb auch außer der Taufe keine Sakramente. Wie die Kirchengeschichte gezeigt hat, gibt es immer wieder Menschen in diesen Gemeinschaften, die nach der Wahrheit suchen und die entdecken, dass ihr Glaube, in dem sie aufgewachsen waren, unvollständig ist. Und dann erkennen sie auf ihren oft mühevollen Wegen, dass in der katholischen Kirche alles da ist, was sie gesucht haben.
Genau diese Erfahrung spricht z.B. Dr. Mickey Mattox aus, der früher Berater der lutheranischen Weltföderation war. Er schreibt in einem Brief an seine lutherischen Freunde: „In die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche einzutreten heißt für meine Familie und mich, dem tiefsten Verlangen unserer Herzen nachzukommen … Als Familie wollen wir die jungfräuliche Gottesmutter verehren, und unsere Gebete mit den Märtyrern und Heiligen vereinigen. Wir wollen die heiligen Ikonen, die Rosenkränze, die religiösen Orden, auch die Reliquien, wollen die heilige Liturgie mitfeiern, an der realen Präsenz Christi in der Eucharistie teilnehmen und sie erfahren, in Liebe und voller Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom.“ Für Mattox war der Schritt, mit seiner ganzen Familie katholisch zu werden, daher nur konsequent das Heimkommen (und nicht so sehr die „Konversion“) aus einem unvollständigen christlichen Glauben in die Fülle des sakramentalen katholischen Glaubens. Oder, wie er andernorts erklärt hat: „Die Anziehungskraft der katholischen Kirche war stärker als der Druck, die lutherische Kirche zu verlassen.“
Wenn wir auf das Zeugnis dieser Menschen hören, die oft unter vielen Mühen den Weg zur Fülle der Wahrheit gesucht und gefunden haben, so soll das für uns ein Ansporn sein selber dankbar zu sein für alles, was uns in unserem katholischen Glauben geschenkt ist, die Kirche zu lieben und durch unser Leben auch ein Zeugnis zu geben für die Herrlichkeit und Schönheit unseres Glaubens.

Die eine Kirche

Am 29. Juni 2007 hat der Heilige Vater ein Dokument veröffentlicht mit einer Klarstellung zum Gebrauch des Begriffes Kirche. Grundsätzlich hält er fest, dass es nur „eine Kirche“ und nicht mehrere Kirchen gibt, die Christus gegründet hat. Diese eine Kirche existiert seit der Gründung bis jetzt in der katholischen Kirche. Darum kann im eigentlichen Sinn das Wort „Kirche“ nur auf die katholische Kirche angewendet werden, denn sie besitzt alle Heilsgüter, die Sakramente, das Priestertum und die apostolische Sukzession (= ununterbrochene Folge von Bischofsweihen bis zu den Aposteln zurück).

Die orthodoxen Gemeinschaften, die den Heiligen Vater nicht anerkennen, können auch als „Kirchen“ bezeichnet werden, da sie die apostolische Sukzession und die Sakramente bewahrt haben.
Die protestantischen, reformatorischen Gemeinschaften kann man aber nicht als „Kirchen“ bezeichnen, sondern sie werden „kirchliche Gemeinschaften“ genannt, da sie die oben genannten Merkmale nicht bewahrt haben.