Hl. Theresia von Lisieux – Ich werde herunterkommen

Am 1. Oktober feiert die Kirche den Gedenktag der hl. Theresia von Lisieux. Kurz vor ihrem Tod (1897) sagte die Priorin zu ihr: „Du wirst vom Himmel auf uns herabschauen, nicht wahr?“ Theresia aber sagte überraschend: „Nein, ich werde herunterkommen.“ Und das hat sie in auffallenden Wundern immer wieder getan:

Es war im April ·1931. In Kolumbien, in Südamerika, lag ein Mann dem Tode nahe darnieder. Alle Bemühungen der Angehörigen scheiterten, der Kranke wollte nichts von einem Priester wissen, da er sich ganz vom Glauben abgewandt hatte. Eine seiner Töchter betete inständig zur hl. Theresia. Schließlich gab der Vater kurz vor dem Sterben doch seine Zustimmung. Aber es müsse der Pfarrer von Villamaria, Pater Theodoro Jaramillo, sein, der aber in einer anderen Stadt wohnte. Nur bei diesem wolle er beichten. Die Tochter verständigt den Priester, der sich sofort auf den Weg machte. Als er den Bahnhof erreichte, fuhr gerade der Zug ab. In seiner Not flehte er zur kleinen Theresia, sie möge helfen, dass der Mann nicht ohne die heiligen Sakramente sterben müsse. Kaum war der Zug eine kleine Strecke gefahren, da fing der Maschinist an zu pfeifen, immer stärker und stärker, bis der Zug zum Stehen kam. Pater Jaramillo eilte dem Zuge nach und stieg ein und erreichte so noch rechtzeitig den Mann, der kurz nach dem Empfang der Sakramente in Frieden mit Gott verstarb. Aber warum hatte der Zug angehalten? Der Lokomotivführer erzählte: „Steht da zwischen den Schienen plötzlich eine kleine, braune Nonne, mit ausgebreiteten Armen und winkt mir entgegen. Trotz meines starken Pfeifens wich sie nicht von der Stelle. In der Angst, sie zu überfahren, ließ ich den Zug stehen. Plötzlich war die Schwester verschwunden.“ Als nun der Priester dem Maschinisten ein Bild der kleinen hl. Theresia zeigte und fragte, ob die Erscheinung so ausgesehen habe, bestätigte es der Mann, dass es diese Schwester war.