Aufgenommen in die Arme Mariens

Svetlana Alliluyeva (1926-2011) war die Tochter des kommunistischen Diktators Josef Stalin (1878-1953). Sie trat nach einem sehr bewegten Leben, das sie in drei Bänden beschreibt, 1982 in die katholische Kirche ein. Sie schrieb: „Ich wurde in die Arme der seligen Jungfrau Maria aufgenommen. … Wer könnte mein Fürsprecher sein außer der Mutter Jesu? Plötzlich zog sie mich an sich.“

„Ich bin in einer Familie aufgewachsen, in der nie über Gott gesprochen wurde. Aber als ich erwachsen wurde, stellte ich fest, dass es unmöglich ist, ohne Gott im Herzen zu leben.“ Josef Stalin selbst wuchs in der orthodoxen Kirche auf. Seine Eltern wollten eigentlich, dass er Priester wird. Aber unter dem Einfluss der kommunistischen Ideologie lehnte er das Christentum schließlich ganz ab. Während er an der Macht war, tat Stalin alles, um das Christentum auszurotten. Bei den Säuberungen von 1937 und 1938 wurden z.B. an die 170.000 russisch-orthodoxe Geistliche verhaftet und meist erschossen.

Die Mutter von Svetlana, die zweite Frau Stalins, war überzeugte Kommunistin. Von ihr hat Svetlana wenig Liebe erfahren. Als Svetlana sechs Jahre alt war, nahm sich ihre Mutter das Leben. Ihr Vater verehrte Svetlana sehr. Er war verspielt und liebevoll mit ihr solange sie ein Kind war. Und Svetlana erwiderte diese Liebe. Sie schaute zu ihrem Vater als einem weisen Helden auf.

Die Zweifel an ihrem Vater begannen, als sie bemerkte, dass nach dem Tod ihrer Mutter sogar die Verwandten ihrer Mutter verschwanden. Als sie mit 16 Jahren ihren ersten Freund nach Hause brachte, wurde er von ihrem Vater als Spion in den Gulag verbannt. So kam es zu einem Bruch in der Beziehung zu ihrem Vater. Als sie ihm als junge Frau mitteilte, dass sie heiraten wolle, sagte er: „Zum Teufel mit dir. Mach, was du willst.“ Er wollte seinen Schwiegersohn nicht einmal sehen. Im März 1953 starb Stalin. „Mein Vater starb einen schwierigen und schrecklichen Tod.“ Svetlana war tagelang an seinem Bett.
In ihrem weiteren Leben hat sie mehrmals geheiratet. Aber ihre Ehen scheiterten meist nach zwei, drei Jahren.

Auf ihrer Suche nach Gott empfing sie 1962 heimlich in der orthodoxen Kirche die Taufe. „Das Sakrament der Taufe besteht darin, das Böse, die Lüge, abzulehnen. … Ich glaubte, dass der Geist der Wahrheit stärker war als die materiellen Werte. Und als all dies in mein Herz eingedrungen war, verschwanden die Fetzen des Marxismus-Leninismus, die mir seit meiner Kindheit beigebracht worden waren, wie Rauch.“

1966 gelang es ihr, aus der UdSSR auszureisen und in den USA Asyl zu erhalten. Mit ihren Büchern und Vorträgen erlangte sie als Tochter Stalins eine gewisse Berühmtheit. Aber in ihrem persönlichen Leben fand sie keine Erfüllung. In den USA lernte sie Pater Giovanni Garbolino kennen, der früher in Russland als Missionar gewirkt hatte. Durch ihn wurde sie tiefer in den katholischen Glauben eingeführt und sie konvertierte am 13. Dez. 1982 zur katholische Kirche.

Swetlana schrieb über ihre Bekehrung: „Erst jetzt verstehe ich die wunderbaren Gnaden, die die Sakramente der Buße und der Heiligen Eucharistie bewirken. Früher war ich nicht bereit zu vergeben und zu bereuen, und ich war nie in der Lage, meine Feinde zu lieben. Aber seit ich jeden Tag zur hl. Messe gehe, fühle ich mich ganz anders als früher. … Die Eucharistie hat mir Leben gegeben.“ Am Ende starb sie nicht im Zorn auf die Welt, wie es ihr Vater getan hatte, sondern 2011 starb sie friedlich in einem Pflegeheim in Wisconsin mit 85 Jahren.

Du bist wirklich Gott

Hasti wuchs im Iran in einer muslimischen Familie auf. Äußerlich ging es ihr gut. Und doch fehlte ihr etwas. „Ich wusste überhaupt nicht, was Gott bedeutet und wo Gott in meinem Leben ist. Ich brauchte etwas. Das Leben im Iran war für mich dunkel. Ich konnte nicht gut sehen und nicht gut atmen. Ich war wie im Gefängnis.“

Hasti verließ das Land in Richtung Türkei. Dort hörte sie das erst Mal von Jesus. Sie blieb aber skeptisch. Voller Hoffnung stieg sie im Juli 2015 in ein altes Schlauchboot, das sie nach Griechenland bringen sollte. Auf hoher See wurde das Boot leck. „Ich habe einfach gesehen, dass unser Boot voll Wasser war. Und wir hatten keine Rettungswesten. Und mir war bewusst, dass wir langsam sterben werden. … Ich habe gehört, dass Jesus Gott ist. … Ich habe gebetet: Wenn du Gott bist, dann komm, und rette uns. Ich habe alles losgelassen und gesagt, ok., jetzt ist alles zu Ende.“

Nach 20 Sekunden taucht ein Fischerboot auf und rettet die Schiffbrüchigen. „Ich habe gedacht, das ist unglaublich: Du bist wirklich Gott. Und damit hat mein Glaube begonnen.“ Hasti kam nach Deutschland. Sie ist dankbar für ihre Rettung. „Ich habe einfach gebetet und noch nicht verstanden, was ich da mache. Ich habe viel geweint und gebetet: Jesus bitte komm! Rede mit mir und zeige dich mir.“

In Deutschland lernte sie Christen kennen, sie ging in Gottesdienste und erfuhr immer mehr über den Glauben. Hasti sehnt sich nach einer tieferen Beziehung mit Jesus. Und die wurde ihr in einem Traum geschenkt: „Ich habe geträumt, dass Jesus zu mir gekommen ist und zu mir gesagt hat: Maria Magdalena, komm zu mir. Und ich bin zu ihm gegangen und er hat mich getauft.“ Nach dem Traum folgte die echte Taufe. „Ich war sehr glücklich und habe gedacht, das ist ein neues Leben. Jetzt bin ich frei geworden, jetzt sehe ich die Welt und die Menschen in vielen schönen Farben. Und ich liebe alles und ich lebe mit Jesus.“

Ich bin ein Christ, ich bleibe ein Christ

Am 20. Oktober 2024 wurden die 11 Märtyrer von Damaskus heilig gesprochen. Unter ihnen ist auch P. Engelbert Kolland aus Österreich. Pater Engelbert wurde 1827 als fünftes von sechs Kindern einer armen Holzknechtsfamilie in Ramsau im Zillertal geboren. Er trat bei den Franziskanern in Salzburg ein, wurde 1850 zum Priester geweiht und 1855 als Missionar in das Heilige Land gesandt. Er wirkte zuerst in Jerusalem. Seine ausgezeichneten Arabischkenntnisse öffneten ihm die Herzen der Gläubigen. 1858 ging er nach Damaskus. In dieser Zeit kam es von Seiten gewaltbereiter, muslimischen Drusen immer wieder zu Angriffen auf die christliche Minderheit. Im Juli 1860 brach schließlich eine großen Verfolgung aus, bei der etwa 8000 Christen ermordet wurden. Auch P. Engelbert und seine Mitbrüder erlitten in Damaskus das Martyrium. Es wird berichtet: Als P. Engelbert von zwanzig Häschern umringt war, fragte er einen: „Freund, was habe ich dir getan?“ Dieser gab erstaunt zur Antwort: „Nichts, aber du bist Christ!“ Dreimal wurde er gefragt, ob er bereit sei, Christus abzuschwören. Für jede Absage erhielt er einen Axthieb, bis er tot zusammenbrach. Angesichts des Todes bezeugte er: „Ich bin ein Christ, ich bleibe ein Christ. Noch mehr, ich bin ein Diener Christi, Priester der katholischen Gemeinde hier.“ Am 10. Juli 1860 im Alter von 33 Jahren durfte er seinem geliebten Heiland ähnlich werden. Das Opfer so vieler Märtyrer in Vergangenheit und Gegenwart wird heute fruchtbar in vielen Bekehrungen von Muslimen zum christlichen Glauben.

Das Christkind aus Brot

Der ungarische Priester István Regőczi (1915-2013), der während der kommunistischen Zeit wegen seiner Treue zum katholischen Glauben öfter ins Gefängnis kam, berichtet in einem seiner Bücher über ein besonderes Weihnachtserlebnis, das er im Internierungslager in Kistarcsa hatte.

„Ich blickte meinem vierten Weihnachten im Gefängnis mit Trauer entgegen. Jetzt war ich mit Laien zusammen, und es war unmöglich für mich, die Eucharistie zu feiern.“ In dieser trostlosen Situation kam ihm die Idee, dass er und seine Mitgefangenen wenigstens eine Krippe mit dem Jesuskind haben sollten.

Ein Mithäftling, mit dem er Freundschaft geschlossen hatte, war Bildhauer. Pater István bat ihn, ein Jesuskind aus Brot zu formen. Aber dazu brauchte er ein Kilo Brot. So beschloss er, sich das wenige Brot, das sie jeden Tag bekamen, vom Mund zu sparen. Und aus diesem Brot formte der Bildhauer ein schönes Jesuskind. „Ich war so voller Freude, dass ich vergaß, wie viel Verzicht mir diese Figur gekostet hatte. Bald brach die dunkle und düstere Nacht herein, ohne Licht und ohne Feuer, ohne festliches Essen. Die Leute dachten an ihre Familien und waren noch trauriger als sonst. Dann legte ich das Jesuskind in einer Ecke auf einen Haufen Stroh. Es war mir gelungen, ein Stückchen Kerze versteckt zu halten, und das zündete ich jetzt an. Das ungewöhnliche Licht breitete sich im Raum aus und fiel auf das kleine einfache Kripplein. Eine Aufregung ging durch den ganzen Saal. Einer nach dem anderen kam daher, um nachzusehen. Diese armen, harten, hoffnungslosen Häftlinge mit gebrochenen Herzen… Manchen von ihnen funkelte jetzt eine Träne in den Augen, denn im Gefängnis feierte man ja keine Weihnachten außer in den Erinnerungen. Der härteste Kerl im Saal, ein breitschultriger Boxer, der noch nie ein Wort zu mir gesprochen hat, nahm meine Hand in seine Tatzen. So laut, dass jeder es hören konnte, sagte er: – Hochwürden, wir danken Ihnen, dass Sie das Christkind zu uns gebracht haben!“ Sie begannen auch gemeinsam Weihnachtslieder zu singen. Es war ein unvergesslicher Weihnachtsabend.

Aber am Ende ihrer Feier hörten sie die Wächter kommen. Schnell versteckte Pater Istvan das Jesuskind unter seinem Hemd. „Wir sahen wie die Wächter unter Beschimpfungen einen Unglücklichen in den Saal stießen. Wir schauten ihn neugierig an, wie er in seinen zerrissenen Lumpen blass und mager da stand. Er war vielleicht 18 Jahre alt, hatte glänzende Augen und blonde lange Haare.“ Auf alle Fragen, die sie dem Neuankömmling stellten, sage er immer nur kaum hörbar: „Ich habe Hunger!“ „Brot, mein Freund? – Vielleicht bekommen wir es morgen.“ „Morgen… bis morgen bin ich tot“ stöhnte er verbittert.
„Furchtbar schämten wir uns unserer Ohnmacht. Plötzlich war es, als bewegte sich etwas auf meiner Brust. Das Christkind aus Brot! Eine Sekunde zögerte ich, dann zog ich es schnell unter meinem Hemd hervor und streckte es dem Jungen entgegen: Schau, das ist Brot, du kannst es essen. Ich gestehe, dass ich einen Hauch von Traurigkeit verspürte, als ich sah – besser gesagt hörte – wie der junge Mann mit seinen Zähnen das Brot‑Christkind zermalmte.

Dieses essbare Christkind, das unsere Weihnacht mit unvergesslichem Licht erfüllt hatte, war bald ganz verzehrt bis zum letzten Krümel. In Stille zerstreuten wir uns wieder im Saal, jeder zu seinem Lager. Die anderen zeigten mir mit einem Händedruck, dass sie über das Geschehene froh waren. Ich ging auch zu meinem Strohsack… Als ich nochmals zum Neuankömmling hinüberschaute, der sich den Mund abwischte, kam es mir wie eine Erleuchtung: Siehe da, das ist das Mysterium der Weihnacht, das göttliche Kind kam zu uns, dass wir Ihn essen können wie das Brot‑Christkind. Er kommt zu uns in der schneeweißen Hostie, wie in weiße Windeln gewickelt, dass Er sich uns geben kann, dass wir mit Ihm eins werden können. … Erst jetzt hatte ich das Wesen des Weihnachtsgeheimnisses verstanden.“

Maria wirkt Wunder der Gnade

In einem Tiroler Dorf hatte der Mesner nach der hl. Messe einen Mann aus der Schweiz, der dort zu Gast war, angesprochen und ihm eine wundertätige Medaille geschenkt. Er hat ihm auch erklärt, dass Maria schon viele Wunder gewirkt hat, wenn man diese Medaille bei sich trägt. Nach zwei Jahren, im Sommer dieses Jahres (2024), reiste dieser Mann noch einmal in dieses Dorf, um dem Mesner zu erzählen, was geschehen war.

Als er damals nach Hause kam, schenkte er die Medaille seiner Tochter, die für die ganze Familie ein großes Sorgenkind war, da sie nämlich den Drogen und dem Alkohol verfallen war und ein wirres Leben führte. Von dem Tag an, als seine Tochter die Medaille dankbar annahm, hat sie ihr Leben völlig geändert. Sie hat keine Drogen mehr genommen, keinen Alkohol und hat den Weg des Glaubens eingeschlagen. Jetzt ist sie glücklich verheiratet und erwartet das zweite Kind. Der Mann war gekommen, um mit dem Mesner, der ihm damals die Medaille geschenkt hat, die Freude über dieses Wunder zu teilen.

Blick in den Himmel

Der polnische Priester Pater Dominik Chmielewski erzählte in einer Predigt, dass er in der Weihnachtszeit die Familien seiner Pfarrei besuchte, um eine Haussegnung anzubieten. In Stettin war er in einem luxuriösen Villenviertel unterwegs. Er hatte zuvor in einer Studie gelesen, die die Religiosität von Menschen untersuchte, die zuerst arm waren und dann zu Reichtum gekommen sind, welche Beziehung diese Leute danach zu Gott haben. Die Ergebnisse waren schockierend. Man fand heraus, dass nur 1% der Menschen die Beziehung zu Gott aufrecht erhalten hat. 99% der Leute kehrte Gott und dem Glauben den Rücken. Sie hörten auf zu beten und gingen nicht mehr in die Kirche. Sie wollten nichts mehr mit Gott zu tun haben. Mit diesem Wissen, dass für diese Leute das Geld ihr Gott ist und dass sie in der Regel nichts mit Gott der Kirche und einem Priester zu tun haben wollten, läutete er an verschiedene Türen, die ihm wirklich nicht geöffnet wurden.

Als er aber bei einem besonders schönen, großen Anwesen klingelte, kam aus dem Lautsprecher eine freundliche Stimme: „Lieber Pater, herzlich willkommen! Wir warten bereits auf Sie!“ Nach einem langen Weg durch den Garten begrüßte ihn ein Mann um die 60. Im Esszimmer war schon ein Tisch mit Kreuz, Kerzen und Weihwasser vorbereitet. Und der Pater war ganz überrascht, wie der Mann, seine Frau und ihre zwei erwachsenen Kinder mit engagiertem Herzen mitbeteten. Nach der Segnung kam er mit der Familie ins Gespräch: Er besaß ein internationales IT-Unternehmen. Die Frau hatte mehrere Kosmetiksalons in Stettin, die Kinder studierten irgendwo in England auf exklusiven Universitäten. Sie konnten sich wirklich alles leisten. Aber es wurde im Gespräch auch offenbar, dass der Mann immer ein offenes Herz für die Armen hatte.

Schließlich sagt der Mann: „Pater, ich möchte mit ihnen unter vier Augen sprechen.“ Als sie allein waren, sagte er: „Bitte helfen sie mir, ich bin ein unglücklicher Mensch. Vor zwei Jahren hatte ich einen Autounfall, ich sollte eigentlich nicht mehr leben, ich war eine Zeit im Koma, doch die Ärzte haben mich wieder herausgeholt. Aber ich war schon auf der anderen Seite, in der anderen Welt, ich habe sie gesehen, und ich finde mich hier nicht mehr zurecht. Ich war dort und will dorthin. Ich liebe meine Familie, aber jeden Morgen gehe ich zur hl. Messe und dann gehe ich auf den Friedhof, bete den Rosenkranz und beneide die Toten, dass sie schon dort sind und ich noch hier leben muss.“

Der Pater war ganz überrascht. Dieser Mann, der wirklich all das besaß, dem die meisten Menschen ihr Leben lang hinterher jagen, hat nur für wenige Augenblicke etwas vom Himmel gesehen, und der Reichtum dieser Welt hatte für ihn jegliche Bedeutung verloren. Er bestätigt damit die Worte des hl. Paulus: „Kein Auge hat es gesehen und kein Ohr hat es gehört, keinem Menschen ist es in den Sinn gekommen: das Große, das Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“

Den Kleinen kein Ärgernis geben

Die Weisungen, die Jesus im Evangelium vom 26. Sonntag im Jahreskreis (B) mit allem Nachdruck ausspricht, klingen nicht gerade angenehm, wenn man sie mit den Ohren unserer modernen Zeit hört. Aber wenn wir seine Worte mit gläubigem Herzen aufnehmen, werden sie für uns zu einer heilsamen Medizin und geistlichen Nahrung. Es geht um zwei Fehlhaltungen der Seele, die der Herr an seinen Jüngern heilen möchte: Die eine ist das Ärgernisnehmen, die andere das Ärgernisgeben.

1) Zum Ersten: Es gibt nichts, was uns leichter passiert, als dass wir an unseren Mitmenschen Ärgernis nehmen, d.h. uns über sie aufregen. Eines der beliebtesten Gesprächsthemen ist ja, über andere zu reden. Und oft ist das Urteil, das dabei herauskommt, nicht gerade gut. Irgendein Ärgernis (ein Skandalon, wie das griechische Wort heißt – davon kommt ja das Wort Skandal) findet sich immer wieder. So ist es ja auch den Aposteln ergangen, die sich darüber aufgeregt und ereifert haben, dass hier einer im Namen Jesu Dämonen austreibt, obwohl er gar nicht zu den Aposteln gehört und Jesus nachfolgt.
Jesus will die Jünger hier zu einer gütigen und weisen Großzügigkeit hinführen. Darum sagt er: „Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.“ Mit diesen Worten will er uns sanftmütig, demütig und liebevoll gegen unsere Mitmenschen machen. Er will uns vor Missgunst und Eifersucht bewahren. Der wahre Eifer für die Ehre Gottes schätzt das Gute überall, wo immer es sich finden mag und gleich von wem es getan wird.

2.) Nachdem Jesus uns darüber belehrt hat, dass wir uns über das Verhalten der Mitmenschen nicht aufregen sollen, macht er uns mit aller Schärfe bewusst, dass wir immer zuerst auf uns selber schauen müssen, damit wir durch unser eigenes schlechtes Verhalten den Mitmenschen, den Kleinen, kein Ärgernis geben, keinen Skandal verursachen, anderen nicht zum Bösen verleiten, sie vom Glauben abbringen, oder dass wir sie durch unser Verhalten absichtlich verletzen, beleidigen, ihnen etwas Böses antun, durch das auch sie böse werden. Kaum einmal hat Jesus so scharfe Worte gesprochen wie hier. Das Wort vom Mühlstein um den Hals zeigt an, was in den Augen Jesu wirklich unerträglich ist. Darum legt der Herr uns nahe, dass wir mit aller Radikalität das Böse aus unserem eigenen Herzen beseitigen müssen. Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, Lüge und Verleumdungen, dort beginnt alles, wie Jesus an anderer Stelle sagt. Und er stellt uns ganz deutlich die Folgen vor Augen, wenn wir hier nachlässig sind.

Nirgends in der Heiligen Schrift redet Jesus so nachdrücklich von der Hölle, ihren Qualen und ihrem Feuer wie an dieser Stelle. Dreimal wiederholt er das Wort von der Hölle. Es gibt keine tiefere Beziehung zu Gott, wenn wir nicht entschieden nach seinen Geboten zu leben und das Böse in unserem eigenen Herzen zu besiegen suchen. Jesus Christus ist unser Heiland. Er will nicht, dass wir in dieses ewige Feuer der Hölle kommen.

Not lehrt beten

In einer Kapelle, die nicht mehr benutzt wurde, hatten sich Bienen eingenistet und haben begonnen, ihre Honigwaben zu bauen. Als Ort wählten sie einige heilige Ikonen, die dort hingen. Das Sensationelle daran ist, dass sie die gesamte Fläche dieser Ikonen mit Zellen bedeckten, aber die heiligen Personen, die auf den Ikonen dargestellt sind, haben sie sozusagen ‚ehrfürchtig‘ frei gelassen.

Eine solche Erkenntnis des Heiligen und der Gegenwart Gottes fehlt heute vielen Menschen. Sie leben so, als gäbe es Gott nicht. Es gibt keinen freien Platz für ihn in ihrem Leben. Alles wird zugedeckt. Sie erinnern sich vielleicht nur dann an ihn, wenn eine Not über sie kommt. Darum lässt Gott zuweilen im Leben der Menschen oder in der Gesellschaft eine solche Not zu, damit die Menschen sich wenigstens dann an ihn wenden und nicht ewig verloren gehen.
Pfarrer Urs Keusch erzählt in einem seiner Artikel über einen Mann, der in den Schweizer Bergen unter eine Lawine geraten war und den Tod vor Augen sah.

Er hat nach seiner Rettung erzählt: „Obwohl ich Atheist war, fing ich an zu beten. Ich war in Todesangst. Ich erinnerte mich noch an ein Gebet aus meinen Kindertagen, das meine Mutter uns immer wieder vorgebetet hat: ‚Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen…‘ Diesen Vers habe ich ein paar Mal aufgesagt, bis es dann ganz dunkel um mich wurde und ich das Bewusstsein verlor. Glücklicherweise konnte mich die Rettungsmannschaft finden und noch lebendig bergen… Es ist eigentlich schon erbärmlich, sich als Atheist auszugeben, und dann, wenn es um Leben und Tod geht, Gott um Hilfe anzurufen…“

So ergeht es vielen Menschen im Angesicht des Todes oder in einer anderen Art der Not. Sie fangen an zu beten. Und glücklich, wenn sie noch beten können und sich noch an ein Gebet erinnern, an einen Psalm, an ein Lied! Denn das kann ihre ewige Rettung sein.

Wer bist du, der du mir heute vergeben hast?

Er wurde im Iran geboren und war drei Jahre Kämpfer bei der Hizbollah. Er war auf dem Weg nach Amerika, um Christen zum Islam zu bekehren. In Malaysia wurde er verhaftet und ins Gefängnis gebracht. Nun berichtet er, wie er im Gefängnis zum Glauben an Jesus Christus gekommen ist.

„Ich war ein leidenschaftlicher Muslim, der nicht nur betete. Ich las den Koran alle zehn Tage komplett. Ich war mit Leib und Seele Muslim. Eines Tages im Gefängnis, als ich betete, erschien ein Mann vor mir. Er war normal groß, aber er leuchtete und dieses Licht war nicht normal. Dieses Licht war von etwas Außergewöhnlichem erfüllt. Ich wusste sofort, er ist heilig und er ist gerecht. Und im gleichen Moment erkannt ich, dass ich nicht gerecht und heilig bin. Obwohl ich so viel gebetet hatte, so viel gefastet hatte, den Koran gelesen hatte, freiwillig über Landminen gegangen war, an der Tötung von Menschen teilgenommen hatte, all das habe ich getan, um Allah zufriedenzustellen.

Ich wusste jetzt, obwohl ich alle Regeln und Gesetze des Islam gehalten hatte, dass ich nicht gerecht und nicht heilig bin. Und ich wusste, das einzig Gerechte für mich wäre, mich zu töten. Aber ich wollte nicht sterben.

Also lief ich Hals über Kopf in die Ecke des Raumes und ich schrie weinend: ‚Vergib mir, vergib mir, vergib mir!‘ Ich glaubte nicht, dass er mir vergeben würde, weil er gerecht ist. Bis ich eine Berührung auf meiner rechten Schulter spürte und er sagte: Ich vergebe Dir! Dann fiel ich nieder und die Wut, die mich besessen hatte, verließ mich. Ich wusste, dass mir vergeben wurde, aber ich wusste nicht wie. Ich war verwirrt und dachte, das verstehe ich nicht. Nur Gott kann vergeben. Du hast mir vergeben. Du bist Gott, aber du bist ein anderer Gott, als der, den ich studiert habe. Das ist nicht Allah. Wer bist du, der du mir heute vergeben hast?

Und er sagte: ‚Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben!‘ Ich dachte: Das ist kraftvoll und bedeutet viel, denn als ein Muslim betete ich: Zeig mir den geraden Weg. Der Weg ist eine Richtung, Wahrheit ist etwas, an dem man Maß nimmt, Leben ist eine Quelle. Aber er behauptet, all diese drei zu sein. Ich habe nie gedacht, dass der Weg eine Person sei. Die Wahrheit ist eine Person und das Leben ist eine Person. Und all diese drei sind dieselbe Person. Also sagte ich: ‚Das verstehe ich nicht. Was ist dein Name?‘ Und er sagte: ‚Jesus Christus!‘ In diesem Moment fiel ich zu Boden, als hätte ich keine Knochen mehr und begann zu weinen.“

Und er gibt Zeugnis, wie sich durch diese Begegnung mit Jesus sein Leben vom Hass zur Liebe und Barmherzigkeit gewandelt hat. Er sagt: „Es ist, als ob du farbenblind bist, und dann auf einmal siehst du wieder Farben. Und du realisierst, dass die Welt so viel schöner ist, als du es je für möglich gehalten hast. Wenn du mich fragst: Was hat die Welt so farblos gemacht? Es ist der Hass. Es ist der Hass, die Wut, die im Herzen jedes Muslims ist. Ich wusste nicht, warum ich hasste. Gott hat uns nicht geschaffen, um zu hassen, sondern zu lieben.“

Herz-Jesu-Schutzbild

Unser Vertrauen in die Liebe und den Schutz des Herzens Jesu kann nicht groß genug sein. Die hl. Margareta Maria Alacoque hat empfohlen, ein Herz-Jesu-Bild bei sich zu tragen. Sie sagt: „Jesus wünscht, dass ihr kupferne Medaillen anfertigen lasst, auf denen sich das Bildnis des Herzens Jesu befindet, damit alle, die ihm huldigen und ihn verehren wollen, ihn als Bild im Hause haben oder am Körper tragen können.“

Was dies bedeuten kann, ein solches „Schutzbild“ bei sich zu tragen, darüber berichtet im sehenswerten Film „Das brennende Herz“ Marcos Humada, ein Hauptmann der spanischen Infanterie:

„2010 bekam unser Regiment in Afghanistan den Befehl zu einem Einsatz. Ich war damals im Rang eines Leutnants bei der so genannten Sicherheitskompanie. Wir waren in Karlainau stationiert. Es war eigentlich ein Routineeinsatz. Am Vorabend teilte der Kompaniechef an alle Mitglieder unserer Einheit die Schutzbilder aus, auf denen auf der Vorderseite das Heiligste Herz Jesu in Flammen und auf der Rückseite das Wappen unseres Regiments abgebildet ist. Auf jener Strecke, auf der wir unterwegs waren, fuhren sowohl die spanische und afghanische Armee als auch zivile Fahrzeuge. Wir kamen in einen Abschnitt, der bekanntermaßen gefährlich war, weil es eng wurde. Die Straße hatte viele Kurven und wand sich zwischen Hügeln hindurch. Wir sahen eine furchtbare Explosion – die Rauchsäule und der Staub – das war ein schlimmer Anblick. Eines unserer Fahrzeuge war sicher zehn Meter weit geschleudert worden. Der hintere Teil das Fahrzeugs war vollkommen zerstört. Aber der vordere Teil, in dem die Besatzung saß, war heil geblieben. Der Truppenführer und der Schütze hatten das Schutzbildchen im Helm, der Fahrer und der vierte Soldat im Fahrzeug hatten es in der Tasche. Die Männer waren überzeugt, dass sie nur dank des Schutzbildes überlebt hatten. Wir konnten es nur als ein Wunder betrachten.“