Betet täglich den Rosenkranz!

Betrachtung zum Rosenkranzmonat Oktober

Am 13. Oktober 1917 war die letzte der sechs Erscheinungen Marias in Fatima. Etwa 50-70.000 Menschen waren gekommen, um das Wunder zu erleben das Maria schon länger angekündigte hatte, damit die Menschen ihrer Botschaft glauben.

Bedenkenswert ist das Gespräch, das Maria mit Lucia führte, bevor sich das Sonnenwunder ereignete, das alle sehen konnten. Noch einmal brachte Maria ihre wichtigen Anliegen zur Sprache. Lucia fragte: „Wer sind Sie und was wollen Sie von mir?“ Maria offenbarte ihr nun, dass sie die Rosenkranzkönigin sei und wünsche, dass man ihr zu Ehren hier eine Kapelle errichte. Und zum sechsten Mal forderte sie die Kinder auf, täglich den Rosenkranz zu beten. Lucia, die wieder von unzähligen Personen gebeten worden war, Maria ihre Nöte vorzutragen, sagte: „Ich soll Sie um so vieles bitten. Ich möchte wissen, ob Sie die Bitten erfüllen oder nicht.“ Maria entgegnete ihr, sie werde einige Bitten erfüllen, die anderen nicht. Dann kam sie sofort wieder auf den Hauptpunkt ihrer Botschaft: „Die Leute sollen sich bessern und um Verzeihung ihrer Sünden bitten.“ Traurigkeit überschattete ihre Züge, als sie mit flehender Stimme sprach: „Sie sollen den Herrn nicht mehr beleidigen, der schon zu viel beleidigt wurde!“

Lucia gibt einige Jahre später dazu folgende Erklärung: „Die Worte der heiligsten Jungfrau bei jener Erscheinung, die mir am tiefsten ins Herz eingegraben blieben, waren jene, als unsere heiligste Mutter bat: ,Sie sollen den Herrn nicht mehr beleidigen, der schon zu viel beleidigt wurde.‘ Welch liebevolle Klage lag doch in jener innigen Bitte! O wie wünschte ich, dass die ganze Welt, dass alle Kinder der Himmelsmutter ihre Stimme hörten!“

Was Maria in Fatima gesagt hat, das hat nichts an Bedeutung verloren. Ihr Ruf zum Gebet und zur Umkehr der Herzen darf uns nicht gleichgültig sein. Maria macht uns drei Dinge bewusst:

1.) Dass die Sünden der Menschen vor allem eine schwere Beleidigung Gottes sind, durch die sie sich in die Gefahr bringen, ewig verloren zu gehen. Denn durch die schwere Sünden trennt sich der Mensch willentlich von der Liebe Gottes, er weist sie zurück, tritt sie mit Füßen. Maria hat deshalb den Kindern – und damit auch uns – die Hölle vor Augen gestellt, in die die Menschen geraten, wenn sie in diesem Zustand der Abwendung von Gott sterben.

2.) Angesichts dieser Gefahr ruft Maria uns, die wir auf ihre liebevolle Stimme hören, zur Umkehr der Herzen. Wir sollen unsere Sünden und Verfehlungen bereuen, uns davon abwende, denn Gott ist unendlich barmherzig mit jenen, die ihn um Verzeihung bitten und ihr Leben ändern wollen.

3.) Maria macht uns schließlich bewusst, dass uns das Heil unserer Mitmenschen nicht gleichgültig sein darf, vor allem jener die sich von Gott getrennt haben. Sie sagt: „Betet, betet viel und bringt Opfer für die Sünder. Wisset, dass viele in die Hölle kommen, weil niemand für die opfert und betet.“ Durch den täglichen Rosenkranz und unsere Opferbereitschaft, können wir viel beitragen zur Rettung der Menschen.

Bericht der hl. Bernadette über die erste Erscheinung Marias

11. Februar 1858: Die 14jährige Bernadette Soubirous geht mit ihrer Schwester und einer Freundin Holz sammeln. In der Grotte von Massabielle erblickt Bernadette „eine weiß gekleidete Dame: Sie hatte ein weißes Kleid, einen blauen Gürtel und eine goldene Rose in der Farbe ihres Rosenkranzes auf jedem Fuß. Als ich das sah, rieb ich mir die Augen, weil ich dachte, mich zu täuschen. Ich steckte die Hand in meine Tasche; dort fand ich meinen Rosenkranz. Ich wollte mich bekreuzigen, konnte aber die Hand nicht zur Stirn heben: Sie zitterte und fiel mir herunter… Die Dame bekreuzigte sich. Ich versuchte, es auch zu machen, und jetzt konnte ich es. Sobald ich das Kreuzzeichen gemacht hatte, war jede Furcht verschwunden. Ich kniete mich hin und betete meinen Rosenkranz; die Dame ließ die Perlen ihres Rosenkranzes durch die Hand gleiten, bewegte dabei aber nicht die Lippen. Als ich meinen Rosenkranz beendet hatte, machte sie mir Zeichen, näherzukommen. Aber ich wagte es nicht, und so verschwand sie plötzlich“ (nach dem ersten handschriftlichen Bericht von Bernadette, 28. Mai 1861).